RWI Wachstum

Die Ökonomen aus Essen erhöhen ihre Erwartung für 2017 leicht von 1,2 auf 1,3 Prozent Wachstum. - Bild: Pixabay

In ihrer jüngsten Konjunkturprognose erhöhten die Ökonomen aus Essen ihre Erwartung für 2017 leicht von 1,2 auf 1,3 Prozent Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Für 2018 gehen sie von einem BIP-Wachstum um 1,8 Prozent aus, nachdem sie im Dezember noch 1,6 Prozent erwartet hatten.

Dass die Rate in diesem Jahr deutlich unter den 1,9 Prozent des vergangenen liegt, ist nach Einschätzung der Konjunkturexperten überwiegend auf die geringere Zahl von Arbeitstagen zurückzuführen. Zudem verliere aber auch die Binnennachfrage etwas an Schwung. "Die Realeinkommen der privaten Haushalte werden wegen der höheren Inflation wohl nicht mehr so stark steigen und damit auch der private Konsum nicht", erwartete RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn. 
 

Auf dem Arbeitsmarkt sind laut RWI bis 2018 gegenläufige Entwicklungen bei Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit zu erwarten: Der Beschäftigungsaufbau setze sich fort, jedoch komme der Abbau der Arbeitslosigkeit kaum noch voran - weil dem Arbeitsmarkt vermehrt anerkannte Asylsuchende mit zunächst ungünstigen Beschäftigungschancen zur Verfügung stünden. Die Arbeitslosenquote werde daher zwar 2017 von 6,1 auf 5,8 Prozent zurückgehen, 2018 aber auf diesem Niveau bleiben.

Konjunkturrisiken haben zugenommen

Der Staatshaushalt wird nach den Berechnungen des RWI einen Überschuss von 17 Milliarden Euro in diesem und 16 Milliarden Euro im nächsten Jahr erzielen. Die weltwirtschaftlichen Perspektiven schätzte das Institut als günstig ein, in dem unklaren zukünftigen Kurs der US-Wirtschaftspolitik sah es jedoch einen Unsicherheitsfaktor. "Die Risiken für die deutsche Konjunktur haben zugenommen", betonten die Ökonomen. Würde die Handelsintegration zurückgedreht, hätte dies erhebliche Folgen für Wachstum und Wohlstand in Deutschland.

Das größte Risiko für die internationale Konjunktur gehe derzeit vom zukünftigen Kurs der Wirtschaftspolitik der USA aus. Würden Vorschläge umgesetzt, die auf eine deutliche Einschränkung der amerikanischen Importe hinauslaufen, würde sich dies nach der Befürchtung der Wissenschaftler "in erheblichem Maße negativ auf die Weltwirtschaft auswirken". Unsicherheit brächten auch die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und die weiter ungelöste Schuldenkrise im Euro-Raum.