Kontron,S&T,Übernahme,Einstieg

Der Kleinstcomputerhersteller Kontrin - hier ein TRACe B304-TR - ist das Ziel von Einsteigebemühungen von S&T. - Bild: Kontron

Niederhauser war jahrelang Konzernchef von Kontron und befindet sich nun in fortgeschrittenen Verhandlungen mit seinem früheren Arbeitgeber über den Erwerb von bis zu 29,9 Prozent an den Augsburgern.

Finanzieren will der gebürtige Linzer Niederhauser den knapp 30-prozentigen Einstieg bei Kontron mit einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung. Damit würde das Kapital des IT-Systemhauses und Software-Herstellers aus dem österreichischen Linz um rund 4,384 Millionen Euro auf rund 48,3 Millionen erhöht werden.

Das Bezugsrecht der Aktionäre soll ausgeschlossen und die Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital von der taiwanischen Ennoconn Corp gezeichnet werden. Mit ihr befindet sich S&T nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Einstieg. Das Vorhaben muss allerdings erst noch von der österreichischen Übernahmekommission genehmigt werden.

Die Ennoconn Corp ist ein Hersteller von Embedded Industrial Computersystemen und Tochterunternehmen des taiwanischen Elektronikherstellers Hon Hai Precision Industry, besser bekannt unter der Marke Foxconn als iPhone-Produzent für Apple. Neben der Beteiligung über die zehnprozentige Barkapitalerhöhung will Ennoconn die Beteiligung an S&T durch weitere Aktienkäufe von Großaktionären auf 29,4 Prozent aufstocken.

Die Beteiligung der Foxconn-Gruppe an der S&T AG einerseits und der S&T AG an der Kontron AG andererseits würde dem TecDAX-Unternehmen nach eigener Darstellung wesentliche Synergiemöglichkeiten eröffnen: Foxconn verfüge in den Bereichen Embedded Computersysteme und Datenfunk als weltweit führender Hersteller über effiziente Entwicklungs- und Produktionskapazitäten, Kontron als ehemaliger Marktführer im Embedded-Computer-Segment über eine breite Kundenbasis. Gemeinsam mit den starken Software-Engineering-Ressourcen von S&T könnte man im Marktsegment "Internet der Dinge" bzw. Industrie 4.0 eine global führende Rolle einnehmen.

"Der Deal hat schon einen gewissen Charme", sagte ein Händler zu den S&T-Plänen. Es sei davon auszugehen, dass S&T-CEO Niederhauser seinen früheren Arbeitgeber Kontron in- und auswendig kennt, meinte ein anderer Händler. Die Kapitalerhöhung verstimme nun zunächst, nachdem sich die Aktie in nur einem Jahr verdoppelt hat. S&T verlieren 5,1 Prozent auf 9,99 Euro, auf der anderen Seite steigen Kontron um 7 Prozent auf 3,10 Euro.