Salzgitter rechnet mit langem Ermittlungsverfahren und mit keinem schnellen Abschluss nach

Salzgitter rechnet mit langem Ermittlungsverfahren und mit keinem schnellen Abschluss nach Steuerhinterziehungsanklage in Sicht. - Bild: Salzgitter

Der Chef des Stahlkonzerns Salzgitter rechnet nicht mit einem schnellen Abschluss der Untersuchung wegen Steuerhinterziehung gegen den Konzern.

“Wir gehen davon aus, dass die Ermittlungen bis weit in das Jahr 2016 oder darüber hinaus andauern werden”, sagte Heinz Jörg Fuhrmann am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Braunschweig.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Bestechung gegen das Unternehmen. Salzgitter soll unter anderem Provisionen und Kundengutschriften in Steuererklärungen falsch deklariert haben. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. “Wir sind nach wie vor überzeugt, in den betreffenden Steuererklärungen keine vorsätzlich falschen Angaben gemacht zu haben”, sagte Fuhrmann.

Mit Blick auf den Geschäftsverlauf warnte der Vorstandschef die Aktionäre vor zu viel Optimismus. Salzgitter habe im vergangenen Jahr zwar deutliche Fortschritte gemacht, der Konzern habe aber noch “eine harte Wegstrecke” vor sich. Wie andere Stahlunternehmen leidet Salzgitter unter Überkapazitäten in Europa, die auf die Preise drücken. 2014 hatte das Unternehmen unter anderem dank seines Sparprogramms den Verlust deutlich gesenkt. Im ersten Quartal erzielte der Konzern wieder einen Gewinn nach Steuern.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht