Salzgitter steht seit Jahren angesichts der schwierigen Lage auf dem weltweiten Stahlmarkt und wegen

Salzgitter steht seit Jahren angesichts der schwierigen Lage auf dem weltweiten Stahlmarkt und wegen Überkapazitäten in Europa unter Druck. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz des Konzerns denn auch leicht von 4,55 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 4,53 Milliarden Euro zurückgegangen. - Bild: Salzgitter

Bei dem norddeutschen Stahlkonzern Salzgitter zeigen die Sparbemühungen nachhaltig Wirkung: Das Unternehmen hat auch mit den Halbjahreszahlen die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

Nach Steuern verdiente die Salzgitter AG zwischen Januar und Juni 41,3 Millionen Euro. Noch für den gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern einen Nachsteuerverlust von 15,9 Millionen Euro ausgewiesen. Im zweiten Halbjahr wird Salzgitter allerdings hohe Kosten für die Renovierung eines Hochofens tragen müssen.

Die Entwicklung der vergangenen Monate kann Investoren nicht mehr überraschen: Salzgitter hatte schon Ende Juli Eckdaten vorgelegt und dabei etwa über das Halbjahresergebnis vor Steuern berichtet. Die nun bestätigte Kennzahl bezifferte der Stahlhersteller auf 80,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war bei dem Unternehmen auch vor Steuern noch ein Verlust angefallen, den Salzgitter mit 4,2 Millionen Euro ausgewiesen hatte.

Salzgitter steht seit Jahren angesichts der schwierigen Lage auf dem weltweiten Stahlmarkt und wegen Überkapazitäten in Europa unter Druck. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz des Konzerns denn auch leicht von 4,55 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 4,53 Milliarden Euro zurückgegangen.

Stahlsparten ziehen davon

Vor allem in seinen Stahlsparten erzielte Salzgitter aber ganz erhebliche Effizienzverbesserungen. Vor Steuern erzielte etwa der Konzernteil Flachstahl im ersten Halbjahr einen Gewinn von 20,7 Millionen Euro, nach einem Verlust von 6,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Sparte Grobblech und Profilstahl halbierte den eigenen Vorsteuerverlust trotz eines hohen Fehlbetrags bei der Spundwandtochter HSP von 42,6 Millionen Euro auf 19,5 Millionen Euro. Im Technologiegeschäft, zu dem Salzgitter etwa den Abfüllanlagenhersteller KHS zählt, erhöhte das Unternehmen den Gewinn vor Steuern von 11,5 Millionen Euro auf 14,6 Millionen Euro. Auch die Handelssparte verbesserte sich erheblich.

Trotzdem Befürchtungen für das zweite Halbjahr

Im zweiten Halbjahr könnte bei Salzgitter der Entwicklung zum Trotz konzernweit aber wieder ein Verlust anfallen: Das Unternehmen warnte am Donnerstag abermals vor hohen Kosten für die Neuzustellung eines Hochofens. Vor dem Hintergrund sagte Salzgitter wie schon Ende Juli für das Gesamtjahr 2015 einen Vorsteuergewinn im “niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich” voraus. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern vor Steuern noch 15 Millionen Euro Verlust verbucht. Den Umsatz will Salzgitter in diesem Jahr stabil bei rund 9 Milliarden Euro halten.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht