Volkswagen

Mit der Klage gegen VW werde nicht nur die vollständige Rückzahlung der Fahrzeugkosten, sondern eine zusätzliche Entschädigung angestrebt. - Bild: Volkswagen

In der Sammelklage fordern sie Schadensersatz von insgesamt mehr als 100 Millionen Australische Dollar, umgerechnet 67 Millionen Euro.

Die Anwaltsfirma Maurice Blackburn Lawyers hat die Sammelklage im Federal Court of Australia am Donnerstag eingereicht. Darin hieß es, Kunden von Volkswagen, Audi und Skoda fühlten sich durch die Schummel-Software betrogen.

"Unser Ziel ist es, schnell und effektiv eine faire Entschädigung für diejenigen zu bekommen, denen Unrecht widerfahren ist", sagte Maurice-Blackburn-Anwalt Jason Geisker. Mit der Klage werde nicht nur die vollständige Rückzahlung der Fahrzeugkosten, sondern eine zusätzliche Entschädigung angestrebt. Die Klage ziele sowohl auf die Muttergesellschaften als auch auf die lokalen Töchter ab.

Ein Sprecher für VW Australia lehnte einen Kommentar zu der Klage ab. Er sagte jedoch, man werde "alles tun, um dieses Problem zu beheben und das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen".

Klagen aus der ganzen Welt

Volkswagen hat im Zuge des Skandals Milliarden zurückgestellt. Mittlerweile trudeln in aller Welt Klagen gegen den Konzern ein. Das Unternehmen schätzt, dass mehr als 90.000 in Australien verkaufte Dieselfahrzeuge mit der Betrugssoftware ausgestattet waren.

"Ich bin hier, um ihnen für das, was sie getan haben, die Rechnung zu präsentieren", sagte Audi-Besitzerin Robyn Richardson, eine der Hauptklägerinnen, auf einer Pressekonferenz. Auch wolle sie damit andere Autobauer davon abhalten, sich wie Volkswagen zu benehmen.

Volkswagen hatte jüngst mitgeteilt, dass 800.000 Autos von falschen CO2-Werten betroffen sind. Mitte September waren Vorwürfe in den USA bekannt geworden, nach denen weltweit rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge mit illegaler Software ausgestattet waren, um die Emissionstests auf Stickoxid zu manipulieren.

Die EU fordert von Volkswagen Details zu den jüngst enthüllten CO2-"Unregelmäßigkeiten". Die Untersuchung könnte in heftigen Strafzahlungen für den Konzern münden.