Das südkoreanischen Firmenimperium Samsung lässt nichts unversucht, Aktionären die

Das südkoreanischen Firmenimperium Samsung lässt nichts unversucht, Aktionären die Verschmelzungspläne des Samsung-Erben Lee Jae-yong schmackhaft zu machen. - Bild: Samsung

Das südkoreanischen Firmenimperium Samsung lässt nichts unversucht, Aktionären die Verschmelzungspläne des Samsung-Erben Lee Jae-yong schmackhaft zu machen.

Cheil Industries, die De-Facto-Holdinggesellschaft, die mit dem Bau- und Handelsunternehmen Samsung C&T verschmolzen werden soll, stellte nun höhere Dividenden und die Einführung eines Corporate-Governance-Ausschusses in Aussicht – allerdings nur für den Fall, dass die Aktionäre sich gefügig zeigen und den Zusammenschluss abnicken.

Cheil Industries ist das Schlüsselunternehmen für die Lee-Familie, die darüber dutzende Unternehmen kontrolliert. Eine der wichtigsten Beteiligungen von Cheil ist die an Samsung Life, die wiederum mehr als 7 Prozent an dem weltgrößten Smartphone-Hersteller Samsung Electronics hält. Mit der Verschmelzung von Samsung C&T und Cheil würde die Lee-Familie ihre Macht über das Firmenkonglomerat Samsung weiter festigen, denn mit einem geschätzten Anteil von 16,5 Prozent würde Lee Jae-yong, Sohn des erkrankten Patriarchen Lee Kun-hee, aus der Verschmelzung als größter Anteilseigner an dem neuen Unternehmen hervorgehen.

US-Investor Paul Singer – Elliott

Diese Pläne hatten den aktivistischen US-Investor Paul Singer mit seinem Hedgefonds Elliott auf den Plan gerufen. Elliott erwarb einen Anteil von 7,1 Prozent an Samsung C&T und positionierte sich als entschiedener Gegner der Verschmelzungspläne. Elliott reichte zudem eine Beschwerde gegen den geplanten Zusammenschluss ein, der nach Ansicht des US-Hedgefonds nicht im besten Interesse der Aktionäre ist. Ein südkoreanisches Gericht soll am Mittwoch darüber entscheiden.

Kritiker befürchten, dass die Lee-Familie ihre Macht bei Samsung mit der geplanten Verschmelzung, über die die Aktionäre am 17. Juli abstimmen sollen, weiter zementieren und die Minderheitsaktionäre dabei an den Rand drängen könnte. Außerdem wird gemutmaßt, dass der Samsung-Erbe mit dieser Transaktion auch auf bessere Durchgriffsmöglichkeiten bei Samsung Electronics abzielt. Denn Samsung C&T hat einen Anteil von 4,06 Prozent an Samsung Electronics, Cheil Industries wiederum ist an dem Elektronikunternehmen Stand Ende März mit 23,2 Prozent beteiligt.

Darüber hinaus werden Aktionäre mit der Aussicht auf einen Börsengang von Samsung Bioepis umworben. Das Biopharmazie-Unternehmen, das sich fast ausschließlich im Besitz von Cheil Industries und Samsung Electronics befindet, soll im Falle eines Falles an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet werden. Samsung C&T wiederum warnte vor einem fallenden Aktienkurs für den Fall, dass die Verschmelzungspläne scheitern sollten, und verwies zur Begründung auf “Gegenwind” in der Branche.

Elliott wollte sich auf Anfrage nicht zu diesen jüngsten Schachzügen äußern.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht