Galaxy Note 7 Samsung

Mit dem Galaxy Note 7 wollte Samsung eigentlich dem iPhone 7 von US-Wettbewerber Apple die Stirn bieten. Jetzt wird es komplett vom Markt genommen. Bild: Samsung

Immer dünner, immer leichter, immer mehr Power: Eigentlich sollte das Samsung Galaxy Note 7 dem iPhone 7 von US-Konkurrent Apple die Butter vom Brot nehmen. Nachdem jedoch mehrere der rund 850 Euro teuren Premium-Smartphones wegen brennender Akkus in Flammen aufgegangen sind, stampfen die Koreaner das Flaggschiffmodell wieder ein.

Das Modell wird komplett vom Markt genommen. Was genau passiert ist, weiß man nicht. Denn die Informationspolitik des patriarchisch geführten Familienkonzerns ist sehr zurückhaltend. Zwar wird der Produktrückruf hoch effizient abgewickelt, aber Aussagen zu den technischen Hintergründen oder zu der Zahl der in einzelnen Ländern betroffenen Geräte gibt es nicht.

Es bleibt die Frage: Wo liegt eigentlich Samsungs Problem? Sind es Fehler in der Entwicklung, der Produktion oder in der Testphase? "Konkret wissen das nur und hoffentlich die Experten bei Samsung", sagt Professor Werner Tillmetz, Vorstandsmitglied am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien.

Nach Ansicht des Experten ist es zu allererst wichtig, sich die Fakten bewusst zu machen. "Die Fehlerrate liegt bei weniger als einem Fehler pro einer Million Handys – da hilft Testen beispielsweise nicht viel weiter. Jedes Quartal werden weltweit fast 500 Millionen Handys verkauft; vom Marktführer Samsung kommen davon 100 Millionen."

Dabei sei der Wettbewerb knallhart – da genüge ein Blick auf die Ausstiege von Nokia und Black Berry. "Die Nutzer wollen ständig online sein und fordern komplexe Programme. Das führt zu immer mehr Energiebedarf und gleichzeitig darf das Handy nicht dicker und schwerer werden. Für die genannten Stückzahlen müssen die Produktionsgeschwindigkeiten extrem hoch sein – etwa 10 Akkus pro Minute."

"Ich trage mein Handy weiter in der Hosentasche"

Unterdessen werden die Komponenten beim Ausreizen der Technologie immer kleiner und anfälliger. "Das alles zusammengenommen bedeutet, dass man immer näher an die Grenzen des Machbaren kommt, und es scheint, dass Samsung da Grenzen überschritten hat", erläutert Tillmetz.

Lithium-Ionen-Akkus selbst, die schon wegen brennender Elektro­sportwagen von Tesla und überhitzter Sony-Laptops in die Schlagzeilen geraten waren, hält der ZSW-Experte aber für eine sichere Technologie. "Generell sind Lithium-Ionen-Akkus sicher, wenn sie professionell hergestellt wurden und vorschriftsmäßig genutzt werden. Ich trage mein Handy mit Li-Ionen-Akku nach wie vor in der Hosentasche."

Das Ende des Galaxy Note 7 dürfte Samsung 4 Mrd Dollar kosten, schätzen Analysten. Das würde die Mobil-Gewinne eines gesamten Quartals zunichte machen. Der Konzern will die Krise damit ein für alle Mal beenden, bevor sie über das Galaxy Note 7 hinaus noch weiteren Image-Schaden anrichtet.

"Samsung muss jetzt schnell sein und sein Marken-Image schützen", sagt Mark Newman, Aktienanalyst bei Bernstein. Samsung solle sogar in Erwägung ziehen, die Galaxy-Note-Serie komplett ad acta zu legen.

Ranking: Die 12 größten Elektronikkonzerne der Welt

  • Platz 12 der größten Elektronikkonzerne der Welt belegt laut dem US-Magazin Fortune der chinesische Telekomausrüster China Electronics (CEC) mit einem Umsatz von 31,54 Millarden US-Dollar (2015). CEC hat 2007 die Handy-Sparte vom niederländischen Elektronikkonzern Philips gekauft und gliedert sich aktuell in die vier Divisionen Computersoftware und -hardware & Systemintegration, Telekommunication, Netzwerk & Terminals sowie digitale Haushaltsgeräte. - Bild: Pixabay/CEC

    Platz 12 der größten Elektronikkonzerne der Welt belegt laut dem US-Magazin Fortune der chinesische Telekomausrüster China Electronics (CEC) mit einem Umsatz von 31,54 Millarden US-Dollar (2015). CEC hat 2007 die Handy-Sparte vom niederländischen Elektronikkonzern Philips gekauft und gliedert sich aktuell in die vier Divisionen Computersoftware und -hardware & Systemintegration, Telekommunication, Netzwerk & Terminals sowie digitale Haushaltsgeräte. - Bild: Pixabay/CEC

  • Auf Platz 11 liegt die japanische Mitsubishi Electric Coporation - kurz Melco - mit einem Umsatz von 36,6 Milliarden US-Dollar (2015). Die Produktpalette von Melco reicht von Komponenten für die Industrieautomation über Halbleiter und Satellitentechnik bis hin zu Stadienanzeigen, großformatigen LED-Displays, Beamern, Solaranlagen, Klimaanlagen, Fahrtreppen und Aufzügen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 106.000 Mitarbeiter. - Bild: Wikimedia commons/ Plumperquatsch

    Auf Platz 11 liegt die japanische Mitsubishi Electric Coporation - kurz Melco - mit einem Umsatz von 36,6 Milliarden US-Dollar (2015). Die Produktpalette von Melco reicht von Komponenten für die Industrieautomation über Halbleiter und Satellitentechnik bis hin zu Stadienanzeigen, großformatigen LED-Displays, Beamern, Solaranlagen, Klimaanlagen, Fahrtreppen und Aufzügen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 106.000 Mitarbeiter. - Bild: Wikimedia commons/ Plumperquatsch

  • Der US-Mischkonzern Honeywell International, dessen Produktpalette von Flugzeugen bis hin zu Feuerlöschern reicht, rangiert im Ranking der weltweit größten Elektronikkonzerne auf Platz 10. 2015 kam der Konzern auf einen Umsatz von 38,58 Millarden US-Dollar. Quelle: Fortune. - Bild: Wikimedia commons/ Aeroprints.com

    Der US-Mischkonzern Honeywell International, dessen Produktpalette von Flugzeugen bis hin zu Feuerlöschern reicht, rangiert im Ranking der weltweit größten Elektronikkonzerne auf Platz 10. 2015 kam der Konzern auf einen Umsatz von 38,58 Millarden US-Dollar. Quelle: Fortune. - Bild: Wikimedia commons/ Aeroprints.com

  • Auf Platz 9 rangiert unterdessen der chinesische Kabel- und Kupferkonzern Amer International Group mit einem Umsatz von 47,8 Millarden US-Dollar (2015). Amer zählt zu den zehn größten privaten Unternehmen in China und hat sich in der vergangenen Dekade von einem vergleichsweise kleinen Minenuntrenehmen zu einem der wichtigsten Spieler am internationalen Kupfermarkt entwickelt. - Bild: Fortune/Amer

    Auf Platz 9 rangiert unterdessen der chinesische Kabel- und Kupferkonzern Amer International Group mit einem Umsatz von 47,8 Millarden US-Dollar (2015). Amer zählt zu den zehn größten privaten Unternehmen in China und hat sich in der vergangenen Dekade von einem vergleichsweise kleinen Minenuntrenehmen zu einem der wichtigsten Spieler am internationalen Kupfermarkt entwickelt. - Bild: Fortune/Amer

  • Knapp davor mit einem Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 liegt die Südkoreanische LG Electronics (Platz 8). Der Konzern produziert neben Mobiltelefonen, Fernsehern und IT-Produkten auch Haushaltsgeräte.  - Bild: hawkHD/Pixabay

    Knapp davor mit einem Umsatz von 50 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 liegt die Südkoreanische LG Electronics (Platz 8). Der Konzern produziert neben Mobiltelefonen, Fernsehern und IT-Produkten auch Haushaltsgeräte. - Bild: hawkHD/Pixabay

  • Der japanische Großkonzern Toshiba ist laut Fortune der siebtgrößte Elektronikkonzern der Welt. Seinen Umsatz von 52 Millarden US-Dollar (2015) erwirtschaftet das Unternehmen aber nicht nur mit Elektronischen Geräten wie Laptops oder Mobiltelefonen, sondern auch mit Kernenergie. 2006 kaufte Toshiba für 5,4 Milliarden US-Dollar die nukleare Sparte von Westinghouse in den Vereinigten Staaten und ist damit Weltmarktführer im Nukleargeschäft. - Bild: Toshiba

    Der japanische Großkonzern Toshiba ist laut Fortune der siebtgrößte Elektronikkonzern der Welt. Seinen Umsatz von 52 Millarden US-Dollar (2015) erwirtschaftet das Unternehmen aber nicht nur mit Elektronischen Geräten wie Laptops oder Mobiltelefonen, sondern auch mit Kernenergie. 2006 kaufte Toshiba für 5,4 Milliarden US-Dollar die nukleare Sparte von Westinghouse in den Vereinigten Staaten und ist damit Weltmarktführer im Nukleargeschäft. - Bild: Toshiba

  • Das sechstgrößte Elektronikunternehmen der Welt ist Panasonic mit einem Jahresumsatz von knapp 63 Millarden US-Dollar (2015). Die Japaner stellen neben Elektronik- und Haushaltsgeräten unter anderem auch Halbleieter, Relais und Akkus her. In Kooperation mit dem Elektro-Automobilhersteller Tesla ist Panasonic am Aufbau der Gigafactory in Nevada beteiligt, die mit 6500 Mitarbeitern auf 1 Quadratkilometer Nutzfläche die Akkus für das Model 3 und weitere Anwendungen herstellen soll. - Bild: Wikimedia commons/Mikus

    Das sechstgrößte Elektronikunternehmen der Welt ist Panasonic mit einem Jahresumsatz von knapp 63 Millarden US-Dollar (2015). Die Japaner stellen neben Elektronik- und Haushaltsgeräten unter anderem auch Halbleieter, Relais und Akkus her. In Kooperation mit dem Elektro-Automobilhersteller Tesla ist Panasonic am Aufbau der Gigafactory in Nevada beteiligt, die mit 6500 Mitarbeitern auf 1 Quadratkilometer Nutzfläche die Akkus für das Model 3 und weitere Anwendungen herstellen soll. - Bild: Wikimedia commons/Mikus

  • Mit Sony folgt der nächste japanische Konzern auf Platz 5 des Fortune-Rankings. Den Großteil des Umsatzes von 67,52 Millarden US-Dollar (2015) verdient Sony im Kerngeschäft Unterhaltungselektronik. - Bild: Sony

    Mit Sony folgt der nächste japanische Konzern auf Platz 5 des Fortune-Rankings. Den Großteil des Umsatzes von 67,52 Millarden US-Dollar (2015) verdient Sony im Kerngeschäft Unterhaltungselektronik. - Bild: Sony

  • Noch ein Japanar rangiert mit Hitachi auf Platz 4. Der Elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern mit Sitz in der japanischen Hauptstadt Tokio erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 83,58 Millarden US-Dollar. - Bild: Wikimedia commons/Aconcagua

    Noch ein Japanar rangiert mit Hitachi auf Platz 4. Der Elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern mit Sitz in der japanischen Hauptstadt Tokio erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 83,58 Millarden US-Dollar. - Bild: Wikimedia commons/Aconcagua

  • Mit dem deutschen Technologierkonzern Siemens auf Platz 3 findet sich immerhin ein deutsches Unternehmen unter den Elektronikgiganten der Welt. Die Münchener kamen im Jahr 2015 auf einen Umsatz von knapp 88 Millarden US-Dollar. Fortune. - Bild: Siemens

    Mit dem deutschen Technologierkonzern Siemens auf Platz 3 findet sich immerhin ein deutsches Unternehmen unter den Elektronikgiganten der Welt. Die Münchener kamen im Jahr 2015 auf einen Umsatz von knapp 88 Millarden US-Dollar. Fortune. - Bild: Siemens

  • Platz 2 belegt der umstrittete Elektronikzulieferer Hon Hai Precsion Industry aus Taiwan, der am Markt mit dem Namen Foxconn auftritt. Unter anderem lässt Apple seine iPhones bei Foxconn bauen. Der Umsatz liegt bei 141 Millarden US-Dollar (2015). - Bild: Foxconn

    Platz 2 belegt der umstrittete Elektronikzulieferer Hon Hai Precsion Industry aus Taiwan, der am Markt mit dem Namen Foxconn auftritt. Unter anderem lässt Apple seine iPhones bei Foxconn bauen. Der Umsatz liegt bei 141 Millarden US-Dollar (2015). - Bild: Foxconn

  • Foxconn sieht sich seit 2006 schweren Vorwürfen ausgesetzt. Vor allem die geringen Löhne und unmenschlichen Arbeitsbedingungen werden kritisiert: Anfang 2010 ereigneten sich mindestens 13 Fälle von Suiziden der Angestellten in Shenzhen, meist durch Sprünge vom Dach der Gebäude des Unternehmens. Nach dem neunten Todesfall reagierte die Firmenleitung mit einem Brief an die Angestellten, nach dem diese sich verpflichten sollen, sich nicht selbst umzubringen oder "in einer extremen Form" zu verletzen. - Bild: Wikimedia commons/ Steve Jurvetson

    Foxconn sieht sich seit 2006 schweren Vorwürfen ausgesetzt. Vor allem die geringen Löhne und unmenschlichen Arbeitsbedingungen werden kritisiert: Anfang 2010 ereigneten sich mindestens 13 Fälle von Suiziden der Angestellten in Shenzhen, meist durch Sprünge vom Dach der Gebäude des Unternehmens. Nach dem neunten Todesfall reagierte die Firmenleitung mit einem Brief an die Angestellten, nach dem diese sich verpflichten sollen, sich nicht selbst umzubringen oder "in einer extremen Form" zu verletzen. - Bild: Wikimedia commons/ Steve Jurvetson

  • Der weltweit größte Elektronikkonzern ist mit deutlichem Abstand die koreanische Samsung. Der Konzern erwirtschaftet mit einem Umsatz von 177 Millarden US-Dollar (2015) erwirtschaftet das Unternehmen rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts von Südkorea. - Bild: Samsung

    Der weltweit größte Elektronikkonzern ist mit deutlichem Abstand die koreanische Samsung. Der Konzern erwirtschaftet mit einem Umsatz von 177 Millarden US-Dollar (2015) erwirtschaftet das Unternehmen rund ein Fünftel des Bruttoinlandsprodukts von Südkorea. - Bild: Samsung