Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, daß Samsung auch die Chips für das nächste iPhone des

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, daß Samsung auch die Chips für das nächste iPhone des US-Wettbewerbers Apple liefern soll. - Bild: Apple

Sie hat nämlich den Exynos-Mikroprozessor entwickelt, mit dem das S6 ausgestattet ist. Dank der Entscheidung für das Eigenprodukt und gegen die Snapdragon-Chips von Qualcomm wird Samsung am Galaxy S6 mehr verdienen als an den Vorgängermodellen.

Damit dürfte die Chipsparte aber nicht den einzigen Coup in diesem Jahr landen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag meldet, soll Samsung auch die Chips für das nächste iPhone des US-Wettbewerbers Apple liefern. Das Wall Street Journal hatte dies zu einem früheren Zeitpunkt ebenfalls schon berichtet. Samsung wollte den Bloomberg-Bericht nicht kommentieren.

Analysten erwarten, dass Samsung im sogenannten Foundry-Geschäft, also in der Herstellung von Chips, die von anderen Unternehmen entwickelt wurden, die Marktführerschaft zurückerobert.

In den zurückliegenden Jahren wetteiferten Samsung und der taiwanische Wettbewerber Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) darum, als erster in Massenproduktion Chips mit Transistoren von 14 bis 16 Nanometern herzustellen. Je kleiner der Abstand zwischen den Transistoren, desto leistungsstärker der Chip.

Taiwan Semiconductor Manufacturing hat das Nachsehen

Schon im Januar hatte Mark Newman, Analyst bei Bernstein Research in Hongkong, prognostiziert, dass Samsung TSMC den Auftrag zur Herstellung neuer Chips für Apple wieder abnehmen könnte. TSMC hatte die Chips für die iPhone-Modelle 6 und 6 Plus hergestellt und mit der damals führenden Technik 20-Nanometer-Chips produziert.

Newman begründete seine Erwartung damit, dass TSMC selbst den Anlegern mitgeteilt hatte, die Entwicklung von Chips der neuen Generation werde wahrscheinlich nicht rechtzeitig abgeschlossen, um ihn im nächsten iPhone einsetzen zu können.

TSMC-Gründer und Chairman Morris Chang räumte die Niederlage im vergangenen Oktober so gut wie ein, als er dem Wall Street Journal in einem Interview sagte, sein Unternehmen werde wegen der Verzögerung 2015 einige Aufträge an Samsung verlieren. Er hoffe aber, im darauffolgenden Jahr einige davon zurückzugewinnen.

Damit können Apple und Qualcomm eigentlich nur noch mit Samsung zusammenarbeiten. Beide US-Unternehmen entwickeln zwar ihre Chips, lassen sie aber von anderen Unternehmen wie Samsung oder TSMC herstellen.

Sundeep Bajkar, Analyst bei Jefferies in San Francisco, hatte dies schon im vergangenen Monat prognostiziert. In einer Studie schrieb er, dass “Qualcomm und Apple wahrscheinlich einen großen Teil ihres Foundry-Geschäfts von TSMC an Samsung” verlagern. Sollte er recht behalten, dürfte die Halbleitersparte von Samsung, die den größten Teil des Konzernergebnisses erwirtschaftet, in den kommenden Monaten noch mehr Gewicht bekommen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke