SAP sprach von einer soliden Entwicklung bei den Softwareerlösen in Europa und Asien, in Nordamerika sei der Konzern aber schwächer als erwartet in das neue Jahr gestartet.

SAP sprach von einer soliden Entwicklung bei den Softwareerlösen in Europa und Asien, in Nordamerika sei der Konzern aber schwächer als erwartet in das neue Jahr gestartet. - Bild: SAP

Der Softwarekonzern aus dem badischen Walldorf hat am Mittwochmorgen die vorläufigen Zahlen für Januar bis März bestätigt, die bereits vor elf Tagen an einem Wochenende veröffentlicht wurden und die Markterwartungen verfehlten. Der DAX-Konzern bestätigte gleichwohl den Ausblick für das Gesamtjahr und sprach von einem guten Start ins laufende zweite Quartal.

Hohe Umsatzzuwächse erzielt SAP nach wie vor im Cloudgeschäft. So stiegen die Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und -Support wie berichtet währungsbereinigt um 33 Prozent auf 678 Millionen Euro. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Softwarelizenzen, dem klassischen Geschäft von SAP. Hier sanken die Erlöse währungsbereinigt um 10 und berichtet um 13 Prozent auf nun 609 Millionen Euro. In den beiden vorangegangenen Quartalen konnte SAP bei fest installierter Software noch ein Umsatzplus verzeichnen. Einige Analysten hatten im Vorfeld aber bereits gewarnt, dass sich das Momentum nicht werde halten lassen könne.

SAP sprach von einer soliden Entwicklung bei den Softwareerlösen in Europa und Asien, in Nordamerika sei der Konzern aber schwächer als erwartet in das neue Jahr gestartet. Zudem belastete die anhaltende politische und makroökonomische Unsicherheit in Lateinamerika, vor allem in Brasilien, hieß es. Die Pipeline sei über das gesamte Portfolio hinweg stark, erklärte CEO Bill McDermott.

In der Summe erlöste SAP mit Cloud und Software 3,85 Milliarden Euro, ein Plus von 5 Prozent. Lässt man Währungseffekte außen vor, stiegen die Erlöse sogar um 6 Prozent. In der gleichen Größenordnung legte der Gesamtumsatz auf 4,73 Milliarden Euro zu.

Das Betriebsergebnis hat SAP im Startquartal gesteigert. Es legte um 5 (währungsbereinigt 4) Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu, leicht unter den Markterwartungen von 1,13 Milliarden Euro. Derweil stieg das Ergebnis je Aktie um 9 Prozent auf 0,64 Euro. Das Nettoergebnis stieg auf 572 Millionen von 414 Millionen Euro vor einem Jahr.

Alle bislang angegeben Ergebnisse beziehen sich auf Werte, die nicht nach IFRS-Rechnungslegungsstandards erfasst wurden. Sie unterscheiden sich von den IFRS-Zahlen im Wesentlichen dadurch, dass Aufwendungen aus Akquisitionen ebenso unberücksichtigt bleiben wie Kosten für Aktienkomponenten in Managergehältern, Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungsmaßnahmen. Das ist in der Softwarebranche üblich und auch der Ausblick des Unternehmens, ebenso wie die Analystenschätzungen, beruhen auf Nicht-IFRS-Zahlen.

Unter Zugrundelegung des hierzulande üblichen Rechungslegungsstandards stieg das SAP-Betriebsergebnis um 28 Prozent auf 813 Millionen Euro, während sich das Ergebnis je Aktie um 38 Prozent auf 0,48 Euro verbesserte.

Bei den Cloud- und Softwareerlösen will SAP 2016 um 6 bis 8 Prozent wachsen, getrieben durch die Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und Support, die im Gesamtjahr zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden nach 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr liegen sollen. Das Betriebsergebnis soll mit 6,4 bis 6,7 Milliarden Euro leicht über den 6,35 Milliarden Euro aus dem Jahr 2015 rangieren.

Das erste Quartal ist das saisonal schwächste für den badischen Software-Hersteller, denn Unternehmen halten sich zu Beginn des Jahres in der Regel mit ihren Investitionen in Software eher zurück.