Bill McDermott SAP Hasso Plattner

SAP-CEO Bill McDermott (links): "Investoren haben gesagt, dass wir tun, was wir angekündigt haben und uns auf einem steten Wachstumspfad befinden." - Bild: SAP

McDermotts Optimismus nährt sich insbesondere aus der neuen Plattform S/4 Hana.

"Bislang haben 10 Prozent unserer Kundenbasis für Unternehmens-Ressourcen-Planung S/4 Hana eingeführt. Das heißt, 90 Prozent haben wir noch vor uns. Das ist die größte Chance, die mir bisher im Leben begegnet ist, zumindest in meiner Karriere", sagte der SAP-Chef. Im Gegensatz zur Vorgängerversion R3 läuft das Unternehmens-Software-Paket nur bei Verwendung der SAP-Echtzeitdatenbank Hana.

Immense Chancen sieht McDermott auch in der Aufholjagd Europas gegenüber den USA bei der Digitalisierung der Geschäftmodelle. "Wir reden da von einem 2,5-Billionen-Euro-Markt", so der Vorstandsvorsitzende. Großbritannien sei der am schnellsten wachsende Markt in Europa, trotz oder gerade wegen des Brexit-Votums. "Wenn Unternehmen Gegenwind verspüren, brauchen sie unsere Software um effizienter zu werden."

In dem Interview betonte er auch die finanzielle Stärke des Unternehmens und betonte die Verpflichtung zu einer angemessenen Dividenden-Zahlung. "Wir können aber sogar noch Investoren-freundlicher werden", sagte McDermott und brachte die Möglichkeit von Aktienrückkäufen im zweiten Halbjahr des nächsten Jahres ins Spiel.

SAP ist ein Cloud-Unternehmen

Investoren hätten nun begriffen, dass SAP ein Cloud-Unternehmen sei, sagte McDermott. Anleger hatten beim Software-Konzern viele Jahre nur das Geschäft mit Software-Lizenzen im Blick. SAP gelang es im dritten Quartal, dieses Geschäft mit einem leichten Plus von 2 Prozent in etwa stabil zu halten. Die Erlöse mit Cloud-Diensten, also Software, die in extrenen Rechenzentren gehostet wird, legten dagegen einmal mehr um 29 Prozent zu. "Investoren haben gesagt, dass wir tun, was wir angekündigt haben und uns auf einem steten Wachstumspfad befinden."

Nachholbedarf sieht McDermott aber vor allem bei US-Investoren. Diese müssten begreifen, dass SAP ein globaler Konzern sei. Der Ausgang der US-Wahlen spiele daher keine Rolle für SAP.