SAP Software Zentrale Walldorf

SAP hat nach einem deutlichen Umsatzwachstum im zweiten Quartal seine Umsatzprognosen mit Ausnahme des reinen Cloudgeschäfts angehoben und die Erwartung für das Betriebsergebnis bestätigt. - Bild: SAP

Zugleich wurde ein Aktienrückkauf über bis zu 500 Millionen Euro angekündigt. Die operative Marge ging im zweiten Quartal allerdings stärker zurück als von Analysten erwartet. Auch der Zuwachs im Cloudgeschäft fiel trotz eines Zuwachses von 29 Prozent etwas verhaltener aus als erwartet.

Die Umsatzerwartung für 2017 hat SAP um 100 Millionen Euro auf eine Spanne von 23,3 bis 23,7 von bislang 23,2 bis 23,6 (Vorjahr: 22,067) Milliarden Euro angehoben. Die Erlöse aus Cloud & Software sollen nun um 6,5 bis 8,5 (bisher: 6 bis 8 Prozent) zulegen. Bestätigt wurden die angepeilten 6,8 bis 7,0 (6,629) Milliarden Euro beim Betriebsergebnis und die 3,8 bis 4,0 Milliarden Euro an Erlösen bei Cloud-Subskriptionen/-Support. Alle Angaben gelten für die Non-IFRS-Berechnung.

SAP-Gesamtumsatz steigt überproportional

Angesichts eines überproportionalen Anstiegs des Gesamtumsatzes um 10 Prozent auf 5,782 Milliarden Euro und eines mit 1,570 Milliarden Euro nur um 4 Prozent höheren Betriebsergebnisses verringerte sich die operative Marge auf 27,2 von 28,9 Prozent. Analysten hatten zwar einen Rückgang erwartet, allerdings nur auf 28,1 Prozent. Der Umsatz lag damit etwas höher als prognostiziert, das operative Ergebnis etwas niedriger.

Auch der Gewinn nach Steuern blieb mit 1,120 Milliarden Euro entsprechend einem Plus von 14 Prozent leicht hinter den Erwartungen zurück. Je Aktie verdiente SAP 0,94 (0,82) Euro. Nach IFRS-Methodik verzeichnete SAP dagegen einen Rückgang, bedingt durch hohe Ausgaben für Restrukturierung und die aktienbasierten Vergütungsprogramme. Dadurch sank der Betriebsgewinn um 27 Prozent auf 926 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie um 18 Prozent auf 0,56 Euro. Zusätzliche Kosten verursachte zudem der anhaltende Mitarbeiteraufbau um rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, davon alleine 3.000 im ersten Halbjahr 2017.

CEO Bill McDermott zeigte sich mit den Zahlen sehr zufrieden. Es gebe ein starkes Momentum in allen Bereichen und Wachstum in allen Regionen. Er hob insbesondere die Entwicklung bei S4/Hana vor. Hier sei die Nutzerzahl um mehr als 70 Prozent auf über 6.300 gewachsen. Insgesamt sei der Umsatz mit Softwarelizenzen und -support trotz eines Rekordquartals im Vorjahr um weitere 4 Prozent gestiegen.

Etwas verlangsamt hat sich das Cloud-Wachstum, das mit 29 Prozent erstmals seit Jahren wieder unter 30 Prozent lag, während Analysten mit rund 33 Prozent gerechnet hatten.

SAP stellt bei den Zahlen die Nicht-IFRS-Werte heraus, ein in der Softwarebranche übliches Verfahren. Dabei bleiben - anders als nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS - Aufwendungen aus Akquisitionen ebenso unberücksichtigt wie Kosten für Aktienkomponenten bei der Managervergütung, Rechtsstreitigkeiten und Restrukturierungsmaßnahmen.

Der Anteil planbarer Umsätze, den SAP sukzessive steigern will, blieb im zweiten Quartal mit 63 Prozent konstant. Er lag im Gesamtjahr 2016 bei 61 Prozent und soll bis 2020 auf 70 bis 75 Prozent gehoben werden.