SAP,IoT,Internet of things

. Mit der SAP Cloud Platform und dem SAP Asset Intelligence Network schafft SAP ein Bindeglied aus der Cloud für Geräte im IoT-Kosmos. Das bringt einige Vorteile mit sich.- Bild: Pixabay

Sensorik, Maschineninformationen und Analyse zusammenzubringen: Das ist die Herausforderung, vor der viele Unternehmen aktuell stehen. Mit der SAP Cloud Platform und dem SAP Asset Intelligence Network schafft SAP ein Bindeglied aus der Cloud für Geräte im IoT-Kosmos. Das bringt einige Vorteile mit sich.

1. Der Serviceauftrag generiert sich selbst

Die Idee ist einfach: „Wir verbinden Feldgeräte über Sensoren und Gateways mit unserer Cloud-Plattform, erfassen Messwerte und analysieren sie“, erläutert Thien Hong-Hoang, Projektleiter bei SAP und verantwortlich für die ‚IoT-Wall’. Über diverse Geräte wie etwa ein Stellventil (vom Unternehmen für Mess- und Regeltechnikspezialisten Samson), das den Durchfluss von Flüssigkeit und Gasen reguliert sowie einem Durchflussmessgerät (vom Mess- und Verfahrenstechnikanbieter Endress+Hauser), das die tatsächliche Menge registriert, werden Werte wie etwa die Menge, Dichte und Temperatur einer Substanz ermittelt.

In den Vermittlungsstellen, den so genannten Gateways, werden diese Sensorinformationen ‚übersetzt’ und der SAP Cloud Platform zur Verfügung gestellt. „Dieser Schritt dient vor allem der Überwachung“, so Hong-Hoang. Die Anwendung sammelt Messwerte und sobald ein Schwellenwert erreicht wird, gibt sie einen Alarm aus, der nicht nur den Servicetechniker über dessen Smartphone sofort informiert, sondern automatisch einen Serviceauftrag im SAP-System anlegt.

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2. Digitale Zwillinge entstehen in der Cloud

Die eingebundenen Geräte werden im SAP Asset Intelligence Network erfasst. Sämtliche digitale Informationen, die über die Maschine vorhanden sind und neu entstehen, finden sich hier gebündelt. Im Netzwerk sind Instandhaltungsanleitungen, Spezifikationen, zwei- wie dreidimensionale Dokumente und nicht zuletzt die Standard-Sensordaten der Anlage erfasst, die der Hersteller bestimmt. „Hersteller pflegen die Daten ihrer Maschinen und Anlagen ein und Anwender können genau die Maschinen und Anlagen, welche sie nutzen, hochladen“, berichtet der SAP-Experte.

Dass Hersteller, Dienstleister und Anlagenbetreiber darin ihre Daten teilen, hat vielfältige Vorteile. Maschinen und Komponenten gleichen Bautyps können beispielsweise miteinander verglichen werden, um Strukturfehler zu erkennen und zu beheben. Ein Abbild der physischen Komponenten wird im SAP Asset Intelligence Network jedem zur Verfügung stehen, der ein Interesse und die nötigen Berechtigungen mit sich bringt. „Digitale Zwillinge entstehen“, so Hong-Hoang. Der Ist-Zustand einer jeden Anlage kann nun von jeder Partei eingesehen werden. ‚Single Source of Truth’ nennt Hong-Hoang diese Informationen.

3. Big Data ermöglichen Mehrwert-Services

Weiterer Vorteil für den Hersteller: Er erhält wertvolle Informationen über die von ihm entwickelten und produzierten Geräte. „Sie haben ein Interesse daran, dass ihre Geräte möglichst lange funktionieren“, sagt Hong-Hoang. Das SAP Asset Intelligence Network speichert und analysiert Messungen, die der Hersteller selbst definiert hat. Das hilft ihnen dabei, Updateinformationen weiter zu geben und so genannte Value Added Services anzubieten.

„Wer permanent Komponenten überwacht, ist von Predictive Maintenance-Modellen nicht mehr weit entfernt“, sagt Hong-Hoang. Voraussetzung: Möglichst viele Nutzer der Maschinen und Anlagen laden ihre Geräte im SAP Asset Intelligence Network hoch, so dass Muster erkannt und für Vorhersagemodelle genutzt werden können. Reichen den Nutzern und Betreibern von Anlagen die Analysen und Messungen nicht aus, können sie selbst „eigene Szenarien auf der SAP Cloud Platform entwickeln, um sich vom Markt zu differenzieren“ (Hong-Hoang).

4. IoT wird per Plug & Play einsetzbar

Die Botschaft von SAP und seinen Partnern auf der Hannover Messe lautet: Der Einsatz in der Praxis muss nicht kompliziert sein. Das zeigt SAP mit seinen Partnern Endress+Hauser, Samson, Hilscher, Ifm Electronic und Pepperl+Fuchs auf der Hannover Messe. Per ‚Plug & Play’ funktionieren einige Anwendungen, die beispielhaft für die Automatisierung innerhalb einer Flaschenabfüllfabrik und einer Chemieanlage entwickelt wurden.

  • Schritt 1: Sensorik auswählen
  • Schritt 2: Installation der Sensorik an der Maschine
  • Schritt 3: Automatische Registrierung im SAP Asset Intelligence Network
  • Schritt 4a: Anwender übertragen die Daten in die Cloud, um dort Analysen zu fahren, die Verfügbarkeit zu erhöhen und Geld zu sparen
  • Schritt 4b: Hersteller bieten Services für ihre Maschinen und entwickeln neue Geschäftsmodelle