SAP verzeichnet Umsatzsprung. Der Wechsel von fest installierter Software zu Programmen aus

SAP verzeichnet Umsatzsprung. Der Wechsel von fest installierter Software zu Programmen aus virtuellen Rechenzentren, der Cloud, frisst aber weiterhin Marge. - Bild: SAP

Europas größter Softwarekonzern SAP steigerte im ersten Quartal zwar die Erlöse. Der Wechsel von fest installierter Software zu Programmen aus virtuellen Rechenzentren – der Cloud – frisst aber weiterhin an der Marge.

So belief sich das Betriebsergebnis nach den IFRS-Rechnungslegungsstandards auf 638 Millionen Euro, 12 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch nach Nicht-IFRS Standards und um Währungsschwankungen bereinigt ging die Kennziffer um 2 Prozent zurück und erreichte 1,06 Milliarden Euro, was die Erwartungen des Marktes allerdings punktgenau traf.

Der in Walldorf ansässige DAX-Konzern gibt seinen Ausblick üblicherweise währungsbereinigt und nach Nicht-IFRS-Kennzahlen. Die im Januar ausgegeben Erwartungen für das Gesamtjahr wurden mit Vorlage des Zahlenwerks per Ende März bestätigt. Das Betriebsergebnis soll sich 2015 auf 5,6 bis 5,9 Milliarden Euro summieren, im Vorjahr wurden 5,64 Milliarden Euro erreicht.

Umsatzseitig haben sich die Trends der vergangenen Quartale fortgesetzt.

So verzeichnete das Cloud-Geschäft (Non-IFRS) ein deutliches Plus um 131 Prozent auf 509 Millionen Euro. Das klassische Geschäft mit fest installierter Software legte gestützt vom schwachen Euro um 12 Prozent auf 696 Millionen Euro zu, währungsbereinigt liegt der Zuwachs aber nur bei einem Prozent. Die Markterwartungen konnte SAP bei dieser Kennzahl gleichwohl schlagen.

Trendsetzung: Cloud

Der Trend zur steigenden Bedeutung der Cloud auf Kosten der Profitabilität zeichnet sich bereits seit geraumer Zeit ab. Nun ist das Cloud-Geschäft nicht per se unrentabler als das mit fest installierter Software. Doch es braucht vier Jahre, bis in der Cloud die Umsätze erreicht werden, die im klassischen Software-Geschäft sofort anfallen würden. Die gleiche Profitabilität wird wegen Anlaufkosten für den Bau von Rechenzentren sogar erst nach fünf Jahren erreicht. Das hemmt das Ergebnis-Wachstum von SAP.

Folgerichtig ging auch das Nettoergebnis auf 414 Millionen zurück, 23 Prozent weniger als die 534 Millionen im Vergleichsquartal des Vorjahres.

SAP geht nach wie vor von einem stark steigenden Cloud-Geschäft aus

Es soll im laufenden Jahr 1,95 bis 2,05 Milliarden Euro erlösen. Das Wachstum von etwa 86 Prozent wird freilich zu 50 Prozentpunkten von den jüngsten Zukäufen Concur und Fieldglass getragen

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht