SAP-Zentrale in Walldorf: Der Software-Konzern kauft mit Ariba einen Cloud-Spezialisten (Bild:

SAP-Zentrale in Walldorf: Der Software-Konzern kauft mit Ariba einen Cloud-Spezialisten (Bild: Imago).

WALLDORF (Dow Jones/ks)–Unter dem Strich verdiente der DAX-Konzern 1,25 Mrd Euro, wovon 454 Mio Euro aus einer teilweise aufgelösten Rückstellung für eine Strafzahlung an Oracle stammen, wie SAP am Mittwoch mitteilte. Zudem bestätigte er wie schon vor zwölf Tagen die erst im Sommer erhöhte Gesamtjahresprognose.

SAP hatte bereits am 14. Oktober erste Eckdaten zum abgelaufenen Quartal bekannt gegeben, die die Konsensschätzungen der Analysten deutlich übertrafen und eine positive Marktreaktion hervorriefen. So stiegen die Softwareerlöse, die für die Zukunft stabile Wartungsumsätze generieren und deshalb von Analysten stark beachtet werden, um 28% auf 841 Mio Euro.

“SAP steigerte die Softwareerlöse mehr als je zuvor in einem dritten Quartal in diesem Jahrzehnt”, freute sich Bill McDermott, Co-Vorstandssprecher der SAP. Finanzvorstand Werner Brandt rechnet angesichts des guten Geschäftsverlaufs bis zum Jahresende mit einem Rekord-Cashflow und will deshalb künftige Aktienrückkäufe prüfen.

Auch regional zeigt die Walldorfer Softwareschmiede keine Schwachstellen. Die Softwareumsätze stiegen im erweiterten Europa (EMEA) währungsbereinigt um 26%, in Amerika um 35% und in Asien sogar um 42%. SAP untermauert damit ihre trotz Finanzkrise und allgemeiner Konjunktursorgen zuletzt immer wieder geäußerte Zuversicht für ihr Geschäft.

Gewinntreiber war auch eine nun teilweise aufgelöste Rückstellung, die auf den Prozess von Oracle gegen die frühere SAP-Tochter TomorrowNow zurückgeht. Ein kalifornisches Bezirksgericht hatte Anfang September die ursprüngliche Strafzahlung wegen Copyright-Vergehen von 1,3 Mrd Dollar als überzogen bezeichnet und auf 272 Mio Dollar gesenkt. SAP hatte die zuerst verhängte Strafe Anfang des Jahres komplett zurückgestellt, die Bilanz aber jetzt der neuen Sachlage angepasst. Der operative Gewinn erhöhte sich dadurch um 723 Mio Euro, der Nachsteuergewinn um 454 Mio Euro. Allerdings liegt es noch in den Händen von Oracle, ob der Prozess tatsächlich zu einem Abschluss kommt oder nochmals aufgerollt wird.

Am Ausblick für das Gesamtjahr hält SAP angesichts einer sehr starken Pipeline fest. Die Walldorfer erwarten bei den Software- und softwarebezogene Serviceerlösen ein Plus am oberen Ende der Spanne von 10% bis 14%. Das Betriebsergebnis soll weiterhin im oberen Bereich von 4,45 Mrd bis 4,65 Mrd Euro liegen. Die operative Marge soll um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte steigen. Im Vorjahr lag sie bei 32,0%. Die Prognosen sind immer währungsbereinigt und auf Non-IFRS-Basis.