Für deutsche Unternehmen werden Geschäfte in Saudi-Arabien zunehmend erschwert

Für deutsche Unternehmen werden Geschäfte in Saudi-Arabien zunehmend erschwert. - Bild: Pixabay

Die Firmen seien "zunehmend beunruhigt", sagte der Chef der Außenhandelskammer in Riad, Oliver Oehms. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht Berlin davon aus, dass deutsche Firmen momentan bei Ausschreibungen im Königreich nicht einmal berücksichtigt werden. Deutschland exportierte 2017 Güter im Wert von mehr als 6,5 Milliarden Euro nach Saudi-Arabien. Die ölreiche Wüstenmonarchie ist ein wichtiger Handelelspartner.

Die politischen Spannungen eskalierten vor einem halben Jahr, nachdem der damalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel Saudi-Arabien mit deutlichen Worten kritisiert hatte. Angesichts von Berichten, der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri werde in Raid gegen seinen Willen festgehalten, sprach Gabriel unter anderem von außenpolitischen "Abenteurertum". Die Saudis riefen daraufhin aus Protest ihren Botschafter aus Berlin nach Riad zurück.

Bislang wurde der arabische Botschafter nicht in die deutsche Hauptstadt zurückgeschickt. Beschwichtigungsversuche der deutschen Seite - darunter ein Interview Gabriels vor seiner Ablösung durch Heiko Maas (SPD), bei dem Gabriel seinen Ton deutlich abschwächte - blieben anscheinend wirkungslos.

Die Verstimmung der Saudis scheint dabei tiefer zu gehen. "Unsere saudischen Partner haben den Eindruck, dass Deutschland ihnen die Anerkennung für ihre historischen Reformen verweigert", sagte AHK-Chef Oehms. Die sunnitische absolute Erbmonarchie, in der es keine Parteien gibt, befindet sich in einer für das Land beispiellosen Phase der Öffnung und hat Reformen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich angestrengt.

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