Öl

Überangebot am Ölmarkt: Um die Preise zu stabilisieren soll nun das Angebot verknappt werden. Analysten rechnen trotzdem mit weiter fallenden Notierungen. - Bild: Daniel Sinoca/pixabay

Allerdings steht die Vereinbarung unter der Bedingung, dass sich auch andere große Förderländern diesem Schritt anschließen. Dieses Abkommen, dem sich Venezuela und Katar bereits anschlossen, sei bei dem Treffen der Ölminister in der katarischen Hauptstadt Doha geschlossen worden, verlautete aus Kreisen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec).

Die Entscheidung werde nun an die anderen Länder der Opec kommuniziert, hieß es. Der venezolanische Ölminister werde sich am Mittwoch mit seinen Amtskollegen aus Irak und Iran treffen, die beide in jüngster Zeit ihre Förderung erhöht haben. Saudi-Arabien und Russland sind die weltweit wichtigsten Ölexporteure.

Das überraschende Treffen des saudischen Ölministers Ali al-Naimi mit seinem russischen Amtskollegen Alexander Nowak fand statt, nachdem Iran nach Aufhebung der Sanktionen erstmals seit über drei Jahren wieder Rohöl nach Europa liefern konnte. Zugleich erklärten iranische Vertreter, dass die tägliche Ölförderung um 400.000 Barrel gesteigert worden sei, womit auf einen bereits überversorgten Weltmarkt weiteres Rohöl strömt.

Seit Juni 2014 sind die Ölpreise um 70 Prozent eingebrochen, und ohne Produktionskürzungen sehen Marktexperten praktisch keine Chance für eine Trendwende.

Allerdings hatten sich größere Ölförderer innerhalb der Opec, allen voran Saudi-Arabien, aber auch andere Anbieter wie Russland und die USA, zuletzt immer wieder gegen Fördersenkungen ausgesprochen, vor allem, um ihre Marktanteile zu verteidigen. Zudem hängen die Staatsausgaben vieler Ölförderstaaten massiv von den Ölverkäufen ab.

Analysten rechnen mit weiterem Preisverfall

Analysten gehen unterdessen davon aus, dass die Preise für das schwarze Gold ihren Boden bisher noch nicht gefunden haben: Die Fortsetzung der Erholungstendenzen der vergangenen Wochen ist nach Einschätzung von Finanzmarkt-Analyst Wieland Staud, Geschäftsführer von Staud Research, vorerst zwar wahrscheinlich, wobei auch Preise von über 40 US-Dollar erreicht werden könnten. "Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Preis das Tal bereits durchschritten hat, bleibt aber gering. Preise bis in Bereiche um 22 US-Dollar sind weiterhin alles andere als aus der Welt", warnt der Experte.

Auch die US-Großbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs halten Notierungen von rund 20 US-Dollar für möglich.

Karoline Kopp/Dow Jones Newswires