Porsche Logo

Alle am Landgericht Hannover anhängigen Klagen gegen die Porsche SE hat die Kammer ausgesetzt, bis es eine rechtskräftige Entscheidung im Musterverfahren am Oberlandesgericht (OLG) Celle gibt. - Bild: Porsche

Alle am Landgericht Hannover anhängigen Klagen hat die Kammer ausgesetzt, bis es eine rechtskräftige Entscheidung im Musterverfahren am Oberlandesgericht (OLG) Celle gibt, teilte das Landgericht Hannover mit.

Zu den von der Entscheidung betroffenen Klagen zählt beispielsweise auch das milliardenschwere Verfahren der Hedgefonds rund um Elliott sowie diverse andere Verfahren. Die Kläger, deren Verfahren nun ausgesetzt wird, können jedoch mit einer "sofortigen Beschwerde" am OLG Celle die Aussetzungsbeschlüsse anfechten, hieß es in der Mitteilung des Gerichts weiter.

Die Entscheidung vom Donnerstag geht zurück auf einen Beschluss aus dem Frühjahr. Mitte April hatte das Landgericht Hannover bereits entschieden, vier Schadensersatzklagen gegen die Porsche SE zu bündeln und zur Aufarbeitung wichtiger Fragen an die nächsthöhere Instanz, das Oberlandesgericht Celle, zu verweisen. Dort sollen dann insgesamt 83 sogenannte Feststellungsziele "zum Zwecke der Herbeiführung eines Musterentscheids" geklärt werden. Drei der vier Klagen, die einen Musterverfahrensantrag am Landgericht gestellt hatten, werden von Anwalt Andreas Tilp vertreten, der zuvor bereits Kläger nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gegen die Deutsche Telekom sowie die Hypo Real Estate vertreten hatte.

Prozessbeobachter rechnen damit, dass das Verfahren von Celle noch bis zum Bundesgerichtshof (BGH) geht. Denn die Prozessbeteiligten können bei den jeweiligen Feststellungszielen, die am OLG verhandelt werden, Beschwerde beim BGH einlegen.

Alle Schadensersatzklagen gegen die Porsche SE belaufen sich insgesamt auf eine geforderte Schadenssumme von rund 5,5 Milliarden Euro. Der überwiegende Teil der Klagen ist mittlerweile am Landgericht in Hannover angesiedelt. Die Kläger, größtenteils institutionelle Investoren, fühlen sich von Porsche im Zuge der verpatzten VW-Übernahme im Jahr 2008 falsch und irreführend informiert.