Der Automobilzulieferer Schaeffler hat seine Jahresziele erfüllt. 2010 sei ein exzellentes operatives Ergebnis erreicht worden, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung des Wälzlagerherstellers, Jürgen Geißinger in Detroit.


Von Nico Schmidt, Dow Jones

DETROIT (ks)–Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr laut dem Manager deutlich über die angepeilte Marke von 9 Mrd Euro und die Zielrendite vor Zinsen und Steuern von etwa 15% wurde erreicht.

2009 hatte dem Hersteller von Motor-, Getriebe-, Fahrwerksystemen und sowie Lagern für die Automobilbranche und andere Industrien die Wirtschaftsflaute schwer zu schaffen gemacht. Die Einnahmen brachen auf 7,3 Mrd Euro ein, die Marge schrumpfte auf 5%. In diesem Jahr erholte sich das Geschäft des Automobilzulieferers dann dank des Wirtschaftsaufschwungs deutlich.

Keine Neuigkeiten gibt es laut dem Manager bei der geplanten Fusion mit der Continental AG. Es gebe in diesem Zusammenhang keine Eile, der Fokus liege weiterhin auf der operativen Entwicklung, bekräftigte Geißinger. Zuletzt gab es in den Medien Spekulationen, die Fusion könnte sogar ganz abgesagt werden. Diese wurden aus Hannover jedoch umgehend dementiert.

Schaeffler hatte sich bei dem Versuch verhoben, die ungleich größere Continental AG zu übernehmen. Seither plagt das fränkische Familienunternehmen ein milliardenschwerer Schuldenberg.

Per Ende September 2010 senkte Schaeffler seine Verbindlichkeiten bei den Banken auf 5,8 Mrd von 7 Mrd Euro. Das sind jedoch nur die Darlehen, die auf dem operativen Geschäft lasten. In der darüber angesiedelten Schaeffler-Dachgesellschaft stehen weitere 5 Mrd Euro an Schulden zu Buche – für die die Herzogenauracher weder Zinsen noch Tilgungen zahlen.

Schaeffler hält direkt noch rund 42% an Conti, nachdem das Familienunternehmen bei der Kapitalerhöhung der Hannoveraner im vergangenen Sommer nicht mitgezogen hatte. Inklusive der bei Banken zwischengeparkten Anteile haben die Franken Zugriff auf rund drei Viertel der Conti-Anteile.