Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr sowohl seinen Umsatz als

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr sowohl seinen Umsatz als auch den Gewinn deutlich gesteigert. - Bild: Schaeffler

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr sowohl seinen Umsatz als auch den Gewinn deutlich gesteigert. Profitieren konnte das Unternehmen von der stabilen Autokonjunktur und Währungseffekten.

Leichte Abstriche musste Schaeffler allerdings bei der operativen Marge machen. Um künftig profitabler zu werden, will der fränkische Familienkonzern seine Industriesparte neu ausrichten.

Schaeffler will in dem Geschäft, das in den ersten sechs Monaten rund ein Viertel zu den Umsätzen beigetragen hat, das Produktportfolio optimieren. Unter anderem soll das hochvolumige Standard-Wälzlagergeschäft vor allem in Asien ausgebaut werden. Zudem soll auch die Organisations- und Führungsstruktur gestrafft werden. Insbesondere in Deutschland und Europa sollen bis zu 500 Stellen bis Ende 2017 sozialverträglich abgebaut werden.

Hintergrund für die Neuausrichtung, mit der Schaeffler die Sparte weiterentwickeln will, ist die in den vergangenen Jahren verhaltene Geschäftsentwicklung. “Die Industriesparte ist für uns von strategischer Bedeutung und seit jeher Teil des Kerngeschäfts der Schaeffler Gruppe”, unterstreicht Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld die Bedeutung des Bereichs. Mit dem Programm “Core” soll die Industriesparte auf einen “nachhaltig profitablen Wachstumskurs” zurückgeführt werden.

Die Entwicklung im ersten Halbjahr verdeutlicht die Schwierigkeiten in dem Geschäft. Schaeffler konnte den Umsatz insgesamt um 12,4 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro steigern. Während die Erlöse im Automotive-Geschäft um gut 14 Prozent auf über 5 Milliarden Euro kletterten, stiegen die Umsätze im Industriebereich um 7,5 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro – währungsbereinigt sanken die Erlöse hier sogar um 0,8 Prozent.

Familienkonzern bestätigt Jahresausblick

Zuwächse konnte Schaeffler insgesamt in allen vier Regionen erzielen. Das höchste Umsatzwachstum wurde in der Region Greater China erzielt, wo die Umsätze um 35,4 Prozent zulegten. Währungsbereinigt lag das Plus bei immerhin noch 12 Prozent. In der Region Americas lag der Zuwachs bei 25,6 (währungsbereinigt 11,6) Prozent und in Europa bei 3,4 (2,2) Prozent.

Das operative Ergebnis stieg im ersten Halbjahr auf 818 Millionen von 801 Millionen Euro. Die EBIT-Marge sank allerdings auf 12,2 Prozent nach 13,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Als Grund führte Schaeffler unter anderem höhere Vertriebskosten und die “geschäftsbedingt” rückläufige Marge in der Industriesparte an. Unter dem Strich verdiente Schaeffler mit 309 (210) Millionen Euro deutlich mehr als im Vorjahr.

Das Unternehmen, das sich im Jahr 2009 mit der milliardenschweren Übernahme des vielfach größeren Konkurrenten Continental verhoben hatte, bekräftigte am Donnerstag auch den Ausblick auf das Gesamtjahr. Wie in den Vorjahren soll der Umsatz währungsbereinigt um 5 bis 7 Prozent wachsen. Die Marge soll dabei 12 bis 13 Prozent erreichen. “Wir werden im zweiten Halbjahr verstärkt darauf achten, die Kostenentwicklung einzugrenzen und auf die weitere Umsatzentwicklung abzustimmen”, wird Finanzvorstand Ulrich Hauck in der Mitteilung zitiert.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke