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Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosental. - Bild: Schaeffler

Gegen 10.40 Uhr notiert die Aktie bei 13,58 Euro.

Schaeffler kam dabei die zuletzt wieder spürbar bessere Stimmung an den Börsen zugute. Der jüngste positive Impuls kam vom Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Der Tenor des Protokolls wird dahingehend interpretiert, dass die US-Notenbanker es mit der Zinswende nicht eilig hat und die erste Zinserhöhung seit über neun Jahren wohl erst im kommenden Jahr zu erwarten ist. Das wurde an der Wall Street positiv aufgenommen und verhilft am Freitag auch den Börsen in Asien und Europa zu weiteren Kursgewinnen.

Schaeffler hatte den Börsengang wegen des schwierigen Börsenumfelds - vor allem für Aktien aus der Automobilbranche - um vier Tage verschoben und war auch beim Emissionsvolumen auf Nummer sicher gegangen. Ursprünglich sollten bis zu 166 Millionen Aktien platziert und gut 2,3 Milliarden Euro eingenommen werden.

Schaeffler reduzierte das Angebot aber und machte auch beim Ausgabepreis Abstriche. Ursprünglich hatte die Preisspanne auf 12 bis 14 Euro gelautet. Tatsächlich gab Schaeffler bei seinem Börsengang nun 75 Millionen Aktien aus. Hiervon stammten 66 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung und 9 Millionen Aktien aus dem Bestand der Schaeffler Verwaltungs GmbH. Das Gesamtvolumen der Emission lag bei rund 937,5 Millionen Euro. Die Einnahmen sollen zum Abbau von Schulden verwendet werden.

Schaeffler hatte sich vor Jahren bei dem milliardenschweren Einstieg bei Continental verhoben. In den vergangenen Jahren hatte sich Schaeffler deshalb von Continental-Anteilen getrennt sowie eigene Anleihen ausgegeben. Dennoch verzeichnet die Holding immer noch eine Bruttoverschuldung von 3,6 Milliarden Euro. Die Schaeffler AG, die operative Gesellschaft, gibt ihre Nettoverschuldung noch mit 6,2 Milliarden Euro an.

Das Unternehmen hatte die Preisspanne am Donnerstagmorgen auf 12,50 bis 13 Euro eingeengt. Händler waren daher zunächst skeptisch. Ein Marktteilnehmer sagte, der Börsengang sei "bestenfalls ein Teilerfolg". Unter dem Strich sei "das Glas aber eher halb leer als halb voll". Schaeffler habe den Börsengang zwar entgegen den Erwartungen vieler Marktteilnehmer durchgezogen, das angeschlagene Börsenumfeld und der VW-Skandal hätten allerdings tiefe Spuren beim Erlös hinterlassen.

Am Freitag kommt der Handel zu einer positiveren Einschätzung. "Der Emissionspreis war sehr fair, und wenn man an die Skepsis der letzten Wochen gegenüber IPOs denkt, war die Zurückhaltung zu groß", merkt ein Händler an. Zwar gebe es aktuell kleinere Gewinnmitnahmen des "schnellen Geldes", das Aktien zu 12,50 Euro zugeteilt bekommen und gleich 1 Euro per Eröffnung gewonnen habe. Die Aktie dürfte am Abend aber deutlich über dem Ausgabepreis schließen, prognostiziert er.

Bei dem Börsengang am Freitag brachte Schaeffler 25 Prozent der eigenen Aktien in den Streubesitz. Die Eigentümerfamilie behält auch nach dem Gang aufs Parkett die volle Kontrolle über den Konzern.