Sergio Marchionne

Seit 2004 an der Spitze des Fiat-Konzerns: Sergio Marchionne. - Bild: Fiat

Seine Ideen stellte Marchionne in Balocco nahe Turin vor, wo Fiat sein Testgelände betreibt.

Die Fokussierung auf Nischenmarken gilt Beobachtern als elementares Vermächtnis des mächtigen Managers, der im kommenden Jahr sein Amt niederlegt und das italienische Traditionsunternehmen verlässt. Im Kern der nun offenbarten Strategie steht zunächst die Marke Jeep, dessen Absatz bis 2022 auch dank neuer Elektromodelle kräftig angekurbelt werden soll.

Marchionne - von Haus aus Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer - war 2004 in der Zeit der höchsten Krise an die Fiat-Spitze gerückt. Der Konzern stand damals kurz vor dem Bankrott. Auf dem Balocco-Testgelände hatte er damals auch seinen ersten Überlebensplan für das Unternehmen aufgestellt, das heute wieder Geld verdient. Unter seiner Regie kam später auch die Übernahme des ebenfalls in Schwierigkeiten steckenden US-Autobauers Chrysler zustande, den Marchionne wieder aufbaute.

Seine Idee, auch Opel mit in den Konzern zu holen, konnte der Italiener hingegen nicht verwirklichen. Dafür brachte er die Tochter Ferrari erfolgreich mit Gewinn an die Börse. Letztes großes Ziel für den 65-Jährigen war es, den Konzern schuldenfrei in neue Hände geben zu können. Das ist offenbar geglückt: "Wenn wir Ende Juni unsere Bücher schließen, wird unser Barmittelbestand wieder positiv sein", kündigte Marchionne an.

An der Börse kamen die Pläne und Aussagen zur Finanzlage gut an. Die Aktie zog in der Spitze um knapp vier Prozent an und näherte sich damit wieder dem Jahreshoch von 20,20 Euro. Seit dem Zusammenschluss von Fiat und Chrysler im Herbst 2014 stieg der Wert der Aktie um fast 350 Prozent und damit so stark wie kein anderes aus der Branche. Das Unternehmen kommt inzwischen wieder auf einen Börsenwert von etwas mehr als 30 Milliarden Euro.

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