Der Scheinwerferhersteller Hella will mit Zukäufen vor allem abseits des Geschäfts mit Autobauern

Der Scheinwerferhersteller Hella will mit Zukäufen vor allem abseits des Geschäfts mit Autobauern robust bleiben gegen die Schwankungen der Automobilkonjunktur. - Bild: Hella

Hella wolle damit robust bleiben gegen die Schwankungen der Automobilkonjunktur, sagte Unternehmenschef Rolf Breidenbach vor Journalisten in Frankfurt.

Der Lippstädter Konzern hatte in seinem im Mai zu Ende gegangenen Geschäftsjahr rund 26 Prozent des eigenen Umsatzes etwa mit Ersatzteilen, Werkstattzubehör und Straßenlaternen erlöst. Weil das Zuliefergeschäft schneller wächst, drohen die Segmente, in denen Hella nicht direkt von Autoherstellern abhängig ist, aber an Bedeutung zu verlieren.

Gegen Schwankungen der Automobilkonjunktur

Das Unternehmen wolle sich deshalb in den entsprechenden Sparten durch Zukäufe im Umsatzvolumen von voraussichtlich jeweils bis zu 100 Millionen Euro vergrößern, sagte Breidenbach. Durchaus möglich sei, dass es zu mehreren Akquisitionen in dem Umfang komme. Hella hatte auf die Bedeutung der Geschäfte abseits der Scheinwerfer- und Elektronikproduktion für Autohersteller schon im Bericht über das zu Ende gegangene Geschäftsjahr hingewiesen. Während in konjunkturell guten Zeiten der Neuwagenabsatz das Zuliefergeschäft stärke, würden in vergleichsweise schlechten Zeiten mehr PKW repariert als ersetzt, schrieb Hella in dem Bericht. Dies wiederum stärke das Ersatzteilgeschäft.

Hella hatte im November rund 15 Prozent der eigenen Aktien an die Börse gebracht. Der letzte Ausgabepreis von 26,50 Euro je Anteilsschein lag unter den Schätzungen von Beobachtern. Seit dem Börsengang ist der Preis der Hella-Papiere aber um rund 45 Prozent gestiegen. Die Alteigentümer des Unternehmens können frühestens im Mai weitere rund 25 Prozent des Unternehmens veräußern. Für rund 60 Prozent der Unternehmensanteile haben sie eine zehn Jahre andauernde Haltepflicht vereinbart. Hella wolle ein Familienunternehmen bleiben, sagte Breidenbach vor dem Hintergrund abermals.

Der Scheinwerferhersteller, der vom 19. Januar an im Kleinwerteindex SDAX notiert wird, hat seinen operativen Gewinn (EBIT) in dem im November zu Ende gegangenen ersten Halbjahr des eigenen Geschäftsjahrs um rund 29 Prozent auf etwa 221 Millionen Euro gesteigert. Breidenbach begründete das unter anderem mit der Einführung neuer Produkte und einer gesteigerten Produktivität in neu errichteten Werken. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 6 Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Das Geschäft mit Autoherstellern wuchs nach den Worten von Breidenbach sogar um etwa 10 Prozent.

Auch für das gesamte Geschäftsjahr plant Hella mit Wachstum. Für den Umsatz prognostizierte das Unternehmen jüngst einen Anstieg “im mittleren einstelligen Prozentbereich”. Das bereinigte operative Ergebnis soll ebenso deutlich wachsen, wenngleich sich die Kennzahl im ersten Halbjahr mit einem Plus um rund 21 Prozent weit stärker verbessert hatte. Auf die internationale Automobilkonjunktur der nächsten Monate blickt Unternehmenschef Breidenbach trotz seiner Diversifizierungsbemühungen nach eigenen Worten optimistisch. “Premiumhersteller werden weiter Marktanteile gewinnen”, sagte er. Diese seien Hellas bedeutendste Kunden.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke