Die Thyssenkrupp-Zentrale: Bereichsvorstand Uwe Sehlbach, zuständig für den Geschäftsbereich

Die Thyssenkrupp-Zentrale: Bereichsvorstand Uwe Sehlbach, zuständig für den Geschäftsbereich Materials Services für Eisenbahntechnik, soll die politische Verantwortung für die Verstrickung von Thyssenkrupp in das Schienenkartell übernehmen, so ein Bericht im "Handelsblatt" (Bild: Thyssenkrupp).

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Zuletzt war Sehlbach im Geschäftsbereich Materials Services für Eisenbahntechnik verantwortlich. Dem Manager sei keine Verstrickung in das Kartell nachzuweisen, aber er habe die politische Verantwortung für den Fall übernehmen müssen, berichtet das Blatt. Bei ThyssenKrupp war kurzfristig niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

In dem Kartell mit dem Namen “Schienenfreunde”, das Anfang Mai aufgeflogen war, sollen mehrere europäische Stahlhersteller über Jahre Preise für Schienen abgesprochen haben. Den durch das Kartell verursachten Schaden trage vor allem die Deutsche Bahn, so das “Handelsblatt”. Er liegt laut Unterlagen von Kartellbeteiligten, die der Zeitung vorliegen, bei bis zu 1 Mrd Euro. Aufgeflogen war das Kartell durch eine anonyme Anzeige und einer Selbstanzeige von voestalpine. Der österreichische Konzern hofft demnach, als Kronzeuge von einem Bußgeld verschont zu werden.

Auch ThyssenKrupp hofft laut “Handelsblatt” auf Milde: “Wir kooperieren vollumfänglich mit dem Bundeskartellamt und der Staatsanwaltschaft”, sagte Thomas Kremer, im Konzern für Compliance verantwortlich, dem Blatt. Die Ergebnisse einer internen Ermittlung wurden zeitnah dem Bundeskartellamt vorgelegt.