Die Thyssenkrupp-Zentrale: Vor allem die Deutsche Bahn wurde von den so genannten

Die Thyssenkrupp-Zentrale: Vor allem die Deutsche Bahn wurde von den so genannten "Schienenfreunden" geschädigt. Nun prüfen die Bundesländer mögliche Rückzahlungen, Schadenersatzforderungen und Vertragsstrafen gegen den Konzern (Bild: Thyssenkrupp).

LANDSBERG (ks). Eine zu große Nähe zu den anderen Beschuldigten könne vom Bundeskartellamt und von den Kunden negativ gewertet werden, heißt es in dem Bericht. Bei der aktuellen Ausschreibung geht es demnach um ein Volumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Bei der Ausschreibung im kommenden Jahr könnte Thyssen-Krupp wieder zu den Anbietern gehören, so das “Handelsblatt”.

Der Skandal hat sich seit Beginn der Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Gestern hatte die Polizei mitgeteilt, seit Beginn des Verfahrens hätten zahlreiche weitere Firmen Selbstanzeige beim Bundeskartellamt in Bonn erstattet. Vor vier Wochen hatte die Bochumer Staatsanwaltschaft noch von 30 Beschuldigten aus zehn Unternehmen gesprochen. Der Skandal war durch anonyme Strafanzeigen bekanntgeworden.

Das Kartell, dessen Mitglieder sich als “Schienenfreunde” bezeichneten, bestand seit 1998 und war vor wenigen Monaten aufgeflogen. Das Kartell soll mit Absprachen überhöhte Preise für Eisenbahnschienen durchgesetzt haben. Als Kronzeuge der Ermittlungen gilt der österreichische Stahlkonzern Voestalpine. Nach Angaben der Behörden ist außerdem die ThyssenKrupp-Tochterfirma GfT Gleistechnik im Visier der Ermittler. Die Deutsche Bahn prüft als Hauptabnehmer Schadenersatzforderungen. Nach früheren Zeitungsberichten soll das Kartell der Deutschen Bahn zwischen 2003 und 2008 rund 400 Mio Euro zu viel berechnet haben.