Schienenkonzern VGT

Der Geschäftsbereich Waggonvermietung erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 128,5 Millionen Euro. - Bild: VGT

Das Schienenlogistikunternehmen VTG hat im zweiten Quartal 2017 nach einem verhaltenen Jahresstart wieder einen Aufschwung verzeichnet und Umsatz und EBITDA erhöht. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 255 Millionen Euro, das EBITDA verbesserte sich um 2,9 Prozent auf 86,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis ging leicht auf 14,8 von 14,9 Prozent zurück, was auch an den höheren Investitionen von VTG lag.

VTG hat in der ersten Jahreshälfte 150,8 Millionen Euro vorrangig in den Ausbau der Flotte in Nordamerika und Russland, und hier vor allem in den Erwerb von Gebrauchtwagen investiert.

Investitionen in Europa

 In Europa wurden die Investitionen in Neubauten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ausgebaut. In der Vorjahresperiode investierte der Hamburger Konzern lediglich rund 103 Millionen Euro. "Unser Geschäft hat im zweiten Quartal von der anhaltend positiven Entwicklung der Konjunktur profitiert. Nach einem verhaltenen Start ins Jahr spüren wir nun eine deutlich höhere Nachfrage nach unseren Wagen", erklärte Vorstandschef Heiko Fischer.

"In Summe haben wir ein gutes Halbjahresergebnis erzielt." Für das erste Halbjahr berichtete VTG einen Umsatz von 498,8 (Vorjahr: 493,3), ein EBITDA von 163,3 (165,8) und ein Konzernergebnis von 27,5 (26,7) Millionen Euro.

Waggonvermietung erzielt wieder höheren Umsatz

Der Geschäftsbereich Waggonvermietung erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 128,5 Millionen Euro, der damit 2,3 Prozent über dem ersten Quartal lag. Durch diese Steigerung sei der schwächere Jahresauftakt annähernd ausgeglichen worden, so dass der Umsatz auf Halbjahressicht mit 254,1 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (254,7 Mio. Euro) gelegen habe, erklärte VTG.

Die Nachfrage nach Intermodalwagen sei gestiegen, und die Märkte in Nordamerika und Russland hätten sich positiv entwickelt. Das EBITDA stieg im zweiten Quartal um 13,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal, allerdings konnten die hohen Instandhaltungsaufwendungen und Radsatzkosten aus dem ersten Quartal nicht vollständig kompensiert werden, so dass auf Halbjahressicht das EBITDA mit 162,6 Millionen Euro unter dem Vorjahr von 165,5 Millionen Euro zurückblieb.

Verbesserung des EBITDA

Dank des Ausbaus des Südeuropa-Geschäfts erhöhte VTG im Bereich Schienenlogistik Umsatz und EBITDA. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 7,1 Prozent auf 166,6 Millionen Euro. Dadurch verbesserte sich das EBITDA auf 3,3 von 2,6 Millionen Euro.

Im Geschäftsbereich Tankcontainerlogistik belastete allerdings der starke Euro und schmälerte den Umsatz.

Der Erlös ging im ersten Halbjahr um 5,9 Prozent auf 78,1 Millionen Euro zurück. Darüber hinaus haben sich laut VTG veränderte Transportströme negativ auf die erzielbaren Margen ausgewirkt. Deswegen sei das EBITDA um 11,6 Prozent auf 5,1 Millionen Euro abgerutscht.

Leichter Anstieg über Vorjahresergebnis

Den Mitte August gesenkten Ausblick hat VTG am Dienstag bekräftigt. Beim EBITDA hält das SDAX-Unternehmen sowohl einen Rückgang als auch einen Anstieg für möglich. Das EBITDA werde in der Bandbreite von 330 bis 360 Millionen Euro erwartet.

Zuvor hatte die VTG AG einen leichten Anstieg über das Vorjahresergebnis von 345,3 Millionen Euro prognostiziert. Der Umsatz soll weiterhin leicht über dem Vorjahreswert von 986,9 Millionen Euro liegen.

Ungewöhnlich hohe Nachfrage nach Güterwagen

Ehe daraus zusätzliche Erträge erzielt würden, entstünden jedoch Kosten für die Ingangsetzung von bisher unvermieteten und zwischenzeitlich abgestellten Wagen. Dies werde sich negativ auf das EBITDA auswirken. Der Vorstand der VTG AG geht derzeit von zusätzlichen Belastungen in Höhe von rund 4,0 Millionen Euro aus.

Zudem müssten wegen neuer EU-Vorgaben an rund 950 Containertragwagen die Bremssysteme überarbeitet werden, was zu einem Einmalaufwand von rund 2,5 Millionen Euro im laufenden Jahr führen werde.

Darüber hinaus könnte sich die Übernahme des Waggonvermieters Nacco auf das Ergebnis auswirken, dies hänge aber davon ab, wann die Kartellbehörden über die Transaktion entscheiden. Bei einem frühzeitigen positiven Bescheid seien die Ergebniseffekte positiv, urteilen die Kartellhüter erst später, könne dies zu Mehrbelastungen führen.