Süss Micro Tec-CEO Averdung und Singulus-CEO Lacher beim Verkauf von Hama Tech an Süss. Süss

Süss Micro Tec-CEO Averdung und Singulus-CEO Lacher beim Verkauf von Hama Tech an Süss. Süss Microtec stieg im vergangenen Jahr um 164 %, Singulus fiel um 25 % (Bild: Süss Micro Tec).

Die Entwicklung des Maschinenbau-Aktien-IndeX im vergangenen Jahr zeigt, wie stark das produzierende Gewerbe in Deutschland vom Wirtschaftsaufschwung profitiert.

Gunnar Knüpffer

LANDSBERG. Der Maschinenbau-Aktien-IndeX ist in den vergangenen zwölf Monaten stärker gestiegen als der DAX. Der von Produktion und LBBW entwickelte Index legte um 33,6 % zu, während sich der Wert des DAX nur um 23,1 % erhöhte. „Das dürfte daran liegen, dass in der Automobil- und Maschinenbaubranche auf Basis der weltweiten, stark ansteigenden Nachfrage auch in Verbindung mit Nachholeffekten eine verhältnismäßig schnelle Erholung möglich war“, sagte die Senior-Analystin der LBBW, Alexandra Hauser. Sie schreibt wöchentlich den Kommentar zur Entwicklung des Maschinenbau-Aktien-IndeX in Produktion (s. S. 32). Von dem Nachfrageschub, der größer war als in vielen anderen Branchen, profitierten auch die Umsätze und Gewinne der an der Börse gelisteten Maschinenbauer.
„Die hohe Nachfrage nach Werkzeugmaschinen hat allen Unternehmen dieser Branche geholfen“, analysierte Hauser. Im dreistelligen Bereich hatte sich der Auftragseingang bei Werkzeugmaschinen im Dreimonatsvergleich erhöht, berichtet der VDMA aktuell.
Besonders gut hat sich der Aktienkurs von Süss Microtec, einem Anbieter von Prozesslösungen für Mikrostrukturanwendungen in der Halbleiterindustrie, entwickelt, der um 164 % nach oben schnellte. Ein Auslöser waren bei Süss Microtec, die erst seit März 2011 im Maschinenbau-Aktien-IndeX vertreten sind, Ergebnisse, die über den Erwartungen lagen. So stieg das Ergebnis nach Steuern von 0,5 Mio Euro im Jahr 2009 auf 13 Mio Euro im Jahr 2010 und 2011 soll der Umsatz auf 170 Mio Euro anwachsen (2010: 139 Mio Euro).
Auch die Werte von Gildemeister und Jungheinrich legten stark zu, um 79,1 % beziehungsweise 77,3 %. Der Werkzeugmaschinenhersteller erhöhte seinen Umsatz um 17 % auf 1,38 Mrd Euro und baute das wachstumsträchtige Geschäftsfeld Energietechnik aus. Und der Anbieter von Flurförderzeugen schaffte den Turnaround von einem Verlust in Höhe von 55 Mio Euro im Jahr 2009 zu einem Ergebnis nach Steuern von 82 Mio Euro im Jahr 2010.


Am schwächsten präsentierten sich die Kurse von Singulus (-25,4 %), Heidelberger Druckmaschinen (-16,6 %) und Salzgitter (-14,7 %). „Singulus bemüht sich gerade, aus den roten Zahlen zu kommen und die Maschinen für optische Speichermedien und die Solarsparte zum Erfolg zu führen“, sagte LBBW-Analystin Hauser. Heideldruck sei in der Phase der Restrukturierung und die Druckbranche befinde sich aufgrund übergeordneter Trends wie dem Internet im Umbruch.
Salzgitter schaffte es zwar in die Gewinnzone, warnte aber vor erheblichen Risiken durch eine absehbare Verteuerung der Rohstoffe und kürzere Vertragslaufzeiten bei Beschaffung und Absatz. Daraus könne sich eine beträchtliche Schwankungsbreite beim Konzernergebnis in negativer wie positiver Richtung ergeben.
„Insgesamt lässt sich sehr schön sehen, dass das produzierende Gewerbe  in Deutschland stark vom Wirtschaftsaufschwung profitieren kann“, resümiert Hauser. Dabei komme der Investitionsgüterbranche zugute, dass bei steigender Nachfrage nach verschiedensten Gütern zunächst einmal in Produktionsmittel investiert werden muss, sei dies in China oder anderswo.