Deutschland bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die

Deutschland bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Premium-Technologie wie etwa Formhärte-Anlagen. - Bild: Schuler

Die Schuler AG hat den Umsatz und das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis 2015 weiter verbessert. Der Umsatz erreichte mit 1,20 (Vorjahr 1,18) Milliarden Euro den zweithöchsten Stand der 176-jährigen Firmengeschichte. Der Betriebsgewinn (EBITDA), ohne die Einmal-Belastungen des neuen Produktionskonzepts gerechnet, lag mit 138,8 (110,5) Millionen Euro sogar auf Rekordniveau. Schuler erreichte damit eine Marge von 11,6 (9,4) Prozent.

"Zugelegt haben wir 2015 beim Umsatz vor allem in Asien und Nordamerika", sagte Vorstandsvorsitzender Stefan Klebert bei der Bilanzvorlage in Göppingen. "Beim Auftragseingang konnten wir den konjunkturellen Rückgang bei den Großanlagen für den Automotive-Sektor durch das Wachstum in anderen Divisionen teilweise ausgleichen."

Besonderes Augenmerk legt Schuler auf neue Wachstumsmärkte in China und anderen Entwicklungsländern. Noch in diesem Frühjahr wird die mehrheitliche Übernahme des chinesischen Pressenherstellers Yadon endgültig vollzogen. Die Genehmigung der chinesischen Aufsichtsbehörden liegt inzwischen vor.

Yadon, in der ostchinesischen Provinz Jiangsu ansässig, setzt mit 1.000 Mitarbeitern rund 110 Millionen. Euro um. "Unsere Mehrheitsbeteiligung ist der strategische Schlüssel, der uns die Tür in das stark wachsende mittlere Preis-Leistungs-Segment im Pressenbau öffnet", erklärte Schuler CEO Klebert. "Allein mit dem Export deutscher hochpreisiger Spitzentechnologie lässt sich dieses Segment nicht erobern, weder in China noch in den USA oder in Schwellenländern."

Deutschland bleibt für Schuler der zentrale Entwicklungs- und Produktionsstandort für die Premium-Technologie, wie sie zum Beispiel im automobilen Leichtbau, bei Großrohren oder Bahnausrüstungen zum Einsatz kommt. Zur Verbesserung der Kostenstrukturen und der Fertigungsflexibilität wird Schuler, wie bereits mitgeteilt, bis Ende 2017 die Produktion in Deutschland auf vier von bisher sieben Standorten konzentrieren. Davon betroffen sind rund 450 der Ende vergangenen Jahres 5.176 (Vorjahr 5.423) Mitarbeiter, für die jetzt in Verhandlungen mit den Betriebsräten ein Interessenausgleich gesucht wird.

Im Zusammenhang mit dem neuen Produktionskonzept und begleitenden Effizienzmaßnahmen hat Schuler 2015 als Sondereffekt Aufwendungen in Höhe von rund 73 Millionen Euro verbucht. Diese eingerechnet, betrug das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung (EBITDA) immer noch 70,9 (Vorjahr 120,9) Millionen Euro. Die Marge lag bei 5,9 (10,3) Prozent. Das Konzernergebnis erreichte 39,3 (66,9) Millionen Euro.

Am Umsatz von insgesamt 1,20 Milliarden Euro hatte Europa 2015 mit 605 (658) Millionen Euro immer noch den größten Anteil. China legte auf 299 (272) Millionen Euro zu, die Region Nordamerika auf 190 (133) Millionen Euro. In den USA konnte Schuler erstmals seit mehreren Jahren wieder einen großen amerikanischen Automobilhersteller als Kunden für seine Pressenlinien gewinnen.

Konzernweit gesunken sind 2015 der Auftragseingang auf 1,02 (1,19) Milliarden Euro und der Auftragsbestand per Jahresende auf 0,89 (1,06) Milliarden Euro. "Wir können uns der konjunkturellen Abschwächung in wichtigen Bereichen der Weltwirtschaft und den Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf das Investitionsklima nicht völlig entziehen", sagte Finanzvorstand Norbert Broger. "Deshalb prognostizieren wir auch für 2016 eine Umsatz- und Ergebnisentwicklung spürbar unter Vorjahr."

Wegen der positiven Ertragsentwicklung und der moderaten Ausschüttungspolitik der vergangenen Jahre hat Schuler, zu über 90 Prozent im Eigentum der österreichischen ANDRITZ Gruppe, seine Kapitalausstattung weiter verbessern können. Die Eigenkapitalquote legte 2015 auf 34,3 (28,7) Prozent zu, der höchste Stand seit dem Börsengang 1999.

Zudem nutzte Schuler die derzeit guten Marktkonditionen, um mit seinen Banken und Kreditversicherungen einen neuen Konsortialkreditvertrag mit fünfjähriger Laufzeit in Höhe von 350 Millionen Euro abzuschließen. Der Vertrag kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert, der Betrag um weitere 150 Millionen Euro erhöht werden.

"Wir verfügen sowohl auf der Eigen- wie auf der Fremdkapitalseite über eine sehr solide finanzielle Grundlage, auch um strategische Möglichkeiten wie die Übernahme von Yadon wahrnehmen zu können", sagte Vorstandschef Klebert. Der Nettofinanzstatus (liquide Mittel abzüglich Finanzschulden) lag 2015 mit 281 (404) Millionen Euro weiter über dem langjährigen Mittelwert. Schuler steigerte die Investitionen 2015 um über 40 Prozent auf 38,2 (26,5) Millionen Euro.

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