Audi

Die Grenzwertmanipulationen von VW sollen bei der Konzern-Tochter Audi entworfen worden sein. - Bild: Audi

Für den Abgasskandal gab es bei Volkswagen bisher eine klare Sprachregelung: Die Verantwortung liegt allein bei der Kernmarke VW. Die Töchter - allen voran Audi und Porsche - haben mit der systematischen Manipulation von Dieselmotoren nichts zu tun. Diese Version entspricht aber nur bedingt der Realität.

Es ist zwar richtig, dass Ingenieure in Wolfsburg den Betrug initiiert haben. Doch nach Recherchen des Handelsblatts ist der Ausgangspunkt der Manipulation nicht VW, sondern Audi. Erdacht worden sei die Software in Ingolstadt, schreibt das Blatt unter Berufung auf Branchen- und Konzernkreise. Weder Volkswagen noch Audi wollten sich dazu äußern.

Einsatz bei VW ab 2005

Geplant wurde dem Bericht zufolge auch der Einsatz einer illegalen Abschalteinrichtung. Audi habe diese dann aber doch nicht eingesetzt. Stattdessen sei sie ab dem Jahr 2005 bei VW installiert worden.

Ähnliche Hinweise sollen auch die Ermittler der US-Kanzlei Jones Day bekommen haben. Deren Abschlussbericht wird in den kommenden Wochen erwartet.

Volkswagen hatte im vergangenen Herbst zugegeben, die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine illegale Software geschönt zu haben. Dem Konzern drohen deswegen Strafen und Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe.