Aus Sicht von Klöckner verlief die wirtschaftliche Erholung im zweiten Quartal nur gebremst,

Aus Sicht von Klöckner verlief die wirtschaftliche Erholung im zweiten Quartal nur gebremst, zuletzt trübte sich das Klima nach Einschätzung des Unternehmens sogar stark ein (Bild: Klöckner).

DÜSSELDORF (Dow Jones/buc).  Für das laufende Quartal kündigte das MDAX-Unternehmen am Mittwoch eine weitere Abschwächung an, KlöCo sieht das Jahresende mit hoher Unsicherheit behaftet. Mit einem Erreichen der operativen Zielmarge von 6% vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnet KlöCo entgegen ursprünglicher Annahmen nicht mehr. Zwar steigerte das Duisburger Unternehmen von April bis Juni den Umsatz auch akquisitionsbedingt auf 1,9 Mrd von 1,4 Mrd Euro im Vorjahr und damit um knapp 100 Mio Euro stärker, als die von Dow Jones Newswires befragten Analysten erwartet hatten.

Allerdings haben sich zuletzt laut KlöCo die Preise rückläufig entwickelt und die Margen unter Druck gesetzt. Auf EBITDA-Basis verdiente Klöckner 62 Mio Euro und damit deutlich weniger, als die Analysten mit 88 Mio Euro geschätzt hatten. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 5 Mio Euro, nachdem vor einem Jahr noch 46 Mio Euro zu Buche gestanden hatten. “Die wirtschaftliche Erholung verlor im zweiten Quartal deutlich an Fahrt und trübte sich zuletzt sogar stark ein”, wurde der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl in der Mitteilung zitiert.

Angesichts der sinkenden Preise hätten sich zudem viele Kunden in der Hoffnung auf noch niedrigere Preise zurückgehalten. Allein die Abwertung von Lagerbeständen habe das EBITDA mit 15 Mio Euro belastet. Die Klöckner & Co SE geht “trotz der sich eintrübenden Weltkonjunktur” weiter davon aus, Absatz und Umsatz in diesem Jahr um mehr als 25% steigern zu können. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die aktuellen Verwerfungen an den Kapitalmärkten nicht in eine erneute Rezession führen.

Für die Sommermonate rechnet das Unternehmen saisonal bedingt mit einer leichten Abschwächung der Nachfrage und damit einem Ergebnis unterhalb dem des abgelaufenen Quartals. Das Ergebnis im Schlussquartal und damit im Gesamtjahr sieht KlöCo “mit hohen Unsicherheiten behaftet”. Das Unternehmen gehe nicht mehr davon aus, die Zielmarge von 6% beim EBITDA in diesem Jahr zu erreichen.

Das hatte sich KlöCo eigentlich vorgenommen, bei Vorlage der Erstquartalszahlen im Mai auch wegen der damals anstehenden Kapitalerhöhung jedoch keine Aussage mehr dazu getroffen. Mit der Ausgabe neuer Aktien im Juni hat das Unternehmen über 500 Mio Euro eingenommen. Dadurch liegt die Liquiditätsposition den Angaben zufolge nun bei gut 1 Mrd Euro, obwohl das Umlaufvermögen im zweiten Quartal auf über 1,7 Mrd von knapp 1,2 Mrd Euro Ende März angestiegen ist.