Semiconductor

Mit dem Zukauf schließen sich zwei Unternehmen zusammen, deren Produktlinien sich ergänzen, wie ON-CEO Keith Jackson erklärte. - Bild: Edelweiss - Fotolia

Auch Infineon Technologies und STMicroelectronics war im vergangenen Monat in Medienberichten ein Interesse an Fairchild nachgesagt worden.

Das Rennen machte nun ON Semiconductor und legt für den Zukauf je Aktie 20 Dollar auf den Tisch. Das entspricht einem Aufschlag von 41 Prozent auf den Schlusskurs der Fairchild-Aktie, bevor Medien berichteten, dass Fairchild einen Käufer sucht. ON kündigte an, den Deal mit verfügbaren Barmitteln sowie neuen Schulden zu finanzieren.

Damit schließen sich zwei Unternehmen zusammen, deren Produktlinien sich ergänzen, wie ON-CEO Keith Jackson erklärte. Die künftig stärkere Präsenz seines Unternehmens in den Industrie-, Automobil- und Smartphone-Märkten werde sich ab sofort auch auf den Konzerngewinn auswirken.

Die Fairchild Semiconductor International Inc, die aus einem zukunftsträchtigen, 1957 gegründeten Startup aus dem Silicon Valley entstand, verkauft Komponenten für Autos, Smartphones, Haushaltsgeräte und andere Produkte. Während Konzerne wie Intel teure Fabriken bauen, um ultrakleine Schaltkreise auf teuren Chips herzustellen, nutzt Fairchild ältere Produktlinien, um günstige Produkte zu produzieren.

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose aber zu kämpfen, weil die Nachfrage aus dem Telekomsektor sowie von Mobilfunk- und Haushaltsgeräte-Kunden zurückging. Im vergangenen Jahr musste Fairchild Stellen abbauen, um die Kosten zu senken.

Fusionen und Akquisitionen im Wert von 100 Milliarden Dollar

Das maue Wachstum und steigende Kosten befeuern den Konsolidierungstrend in der Branche, da die Chiphersteller ihre Organisationsstruktur und Produktlinien verschlanken müssen. In diesem Jahr wurden in der Branche bereits Fusionen und Akquisitionen im Volumen von rund 100 Milliarden Dollar angekündigt, wie aus Daten von Dealogic hervorgeht - weitaus mehr als im gesamten Jahr 2014 mit 37,7 Milliarden Dollar. Zu den Deals gehört etwa der im Mai angekündigte Kauf von Broadcom Corp durch Avago Technologies für 37 Milliarden Dollar und Intels geplante Akquisition von Altera für 16,7 Milliarden Dollar.

ON-Chef Jackson verspricht sich von der Übernahme von Fairchild eine deutliche Steigerung des freien Barmittelflusses. Das Unternehmen geht von Einsparungen in einem Volumen von 150 Millionen Dollar innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der Transaktion aus. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2016 abgeschlossen werden.

Die ON-Aktie wird vorbörslich nicht gehandelt. Die Fairchild-Aktie, die in diesem Jahr wegen Übernahmespekulationen bereits um sechs Prozent zugelegt hat, stieg im vorbörslichen US-Handel um 7,1 Prozent auf 19,15 Dollar.