SGL-Carbon-Chef Robert Koehler will unter anderem Teile der Produktion von Hochlohnstandorten, etwa

SGL-Carbon-Chef Robert Koehler will unter anderem Teile der Produktion von Hochlohnstandorten, etwa in Europa, an kostengünstigere Standorte in Asien und Osteuropa verlagern (Bild: Imago).

von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones

(ks). Im Gespräch mit dem Wall Street Journal konnte Konzernlenker Robert Koehler die geplanten Einsparungen zwar noch nicht konkret beziffern. Er sprach aber von “substanziellen Einsparungen”, von denen der Großteil bereits 2015 ergebniswirksam werden soll. Derzeit arbeite das Unternehmen mit allen Beteiligten daran, das Sparprojekt in trockene Tücher zu bringen. Ende September will Koehler mehr Informationen dazu geben.

Mit der Umsetzung des Programms werde es auch einen Personalabbau geben, sagte Koehler. Zu den geplanten Einschnitten nannte der Manager auch bereits erste Details: Um die Kosten zu drücken, sollen Teile der Produktion von Hochlohnstandorten, etwa in Europa, an kostengünstigere Standorte in Asien und Osteuropa verlagert werden. Koehler kündigte dabei auch die Schließung von 1 bis 2 Standorten der derzeit insgesamt 11 Fertigungsstätten für das Kernprodukt Graphitelektroden an. “Wir können mit weniger Standorten wesentlich flexibler arbeiten und damit unsere Kosten erheblich senken”, sagte der Manager.

Im Geschäft mit Graphitspezialitäten (GMS) sei vorgesehen, arbeitsintenisve Produktionsschritte an kostengünstigere Standorte wie Polen, China oder Indien zu verlagern. Für Carbonfasergeschäfte, wie die im Flugzeugeschäft tätige Tochter Hitco, sucht SGL Carbon nach einem Partner. Hitco stellt Karbon-Verbundwerkstoffe für die US-Rüstungsindustrie sowie für die Luft- und Raumfahrt her.

Der Graphitspezialist hatte am Donnerstagmorgen über einen kräftigen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr berichtet und seine düstere Jahresprognose bekräftigt. Die schwache Nachfrage und der verschärfte Wettbewerb in Asien machen dem Unternehmen zu schaffen. Zudem drücken hohe Sonderbelastungen wegen Wertminderungen in der Carbonfasersparte.