SGL Carbon

Das Restrukturierungsprogramm von SGL Carbon trägt Früchte. - Bild: SGL Carbon

Für das laufende Jahr erwartet das SDAX-Unternehmen einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dank des erwarteten Mengenwachstums und der Umsetzung erster Maßnahmen im Rahmen des im September 2016 angestoßenen Restrukturierungsprogramms sollen das EBITDA und das EBIT, jeweils vor Sondereinflüssen, überproportional zum Umsatz steigen, erklärte der Konzern mit Sitz in Wiesbaden weiter. Allerdings dürften sich die operativen Verbesserungen 2017 nicht auf das Konzernergebnis aus fortgeführten Aktivitäten niederschlagen.

Der Grund sei, dass 2017 positive Einmaleffekte wegfielen. Zudem sei wegen des geplanten vorzeitigen Rückkaufs einer Unternehmensanleihe eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten. Daher rechnet die SGL Group mit einem Verlust aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrags und damit etwa auf dem Niveau von 2016. Im vergangenen Jahr hat SGL den Verlust nach Steuern auf 34 Millionen von zuvor 67,5 Millionen Euro eingegrenzt. Vor Steuern verbesserte sich das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten auf minus 27,2 Millionen von zuvor minus 45,4 Millionen Euro. Der Umsatz der SGL Group aus fortgeführten Aktivitäten sank um 3 Prozent auf 769,8 Millionen Euro.

SGL hatte im Herbst letzten Jahres angekündigt, dass vor dem Hintergrund des Verkaufsprozesses des verlustreichen Geschäfts mit Graphitelektroden und weiterer anstehender Restrukturierungsmaßnahmen in Folge der Veräußerungen die Prognosen für 2016 nicht mehr gültig seien. Zudem erklärte SGL, dass man während der Transformationsphase von allen kurzfristigen Gewinnprognosen absehen werde.

SGL hatte im vergangenen Jahr das Geschäft mit Graphitelektroden rechtlich verselbstständigt und dann im japanischen Chemiekonzern Showa Denko einen Käufer gefunden. Der langjährige Kernbereich des Konzerns stand seit langem unter Druck. Die Elektroden werden vor allem in Elektro-Hochöfen zum Einschmelzen von Stahlschrott verwendet. Wegen Überkapazitäten sind die Preise stark gefallen und bescherten dem Konzern rote Zahlen.