SGL Carbon sucht den Weg aus den roten zahlen. Trotz der tiefroten Zahlen soll aber kein neues

SGL Carbon sucht den Weg aus den roten zahlen. Trotz der tiefroten Zahlen soll aber kein neues Jobabbau- oder ein zusätzliches Sparprogramm aufgelegt werden. - Bild: SGL Carbon

Mittlerweile rechnet SGL Carbon mit Einsparungen von insgesamt 240 Millionen Euro. Der Konzernumsatz soll 2015 stabil gehalten werden. Der Konzernumbau werde 2015 zunehmend Früchte tragen, hieß es.

Das mittlerweile in den SDAX abgestiegene Unternehmen hatte Ende Januar bereits erste Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt gegeben. Wie der Konzern heute mitteilte, sind die Erlöse 2014 um 6 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro gefallen. Hier machte sich vor allem der Preisdruck im Kerngeschäft mit Graphitelektroden bemerkbar. Rund die Hälfte der Erlöse erzielen die Wiesbadener in der Sparte Performance Products, die Graphitelektroden und Kathoden herstellt.

Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen fiel im Konzern um 88,2 Prozent auf nur noch 2,7 Millionen Euro, blieb aber wie vom Unternehmen angekündigt leicht positiv. Es wurde erheblich belastet von Wertberichtigungen unter anderem bei der zum Verkauf stehenden Tochter HITCO. Zudem sind zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen in der Sparte Carbon Fibers & Materials angefallen. Die Belastungen haben sich insgesamt auf einen Betrag von etwa 105 Millionen Euro summiert. Unbereinigt war das Betriebsergebnis (EBIT) mit minus 48,5 Millionen Euro, nach minus 100 Millionen Euro im Vorjahr weiter deutlich rückläufig. Unter dem Strich verblieb ein hoher Fehlbetrag von 247 Millionen Euro, nach minus 317 Millionen Euro im Vorjahr.

Rapider Preisverfall im Kerngeschäft mit Graphitelektroden

Das Unternehmen kämpft schon seit längerem mit Gegenwind in den meisten seiner Geschäftsfelder. Vor allem der rapide Preisverfall im Kerngeschäft mit Graphitelektroden und die schwache Auslastung, verbunden mit hohen Kosten bei den Carbonfaseraktivitäten machen dem Konzern das Leben schwer.

Um der Krise Herr zu werden, hat SGL bereits einschneidende Maßnahmen ergriffen. So wurde etwa die Organisation gestrafft und in Kanada und Italien zwei Graphitelektrodenstandorte geschlossen. Zudem ist 2013 das Rotorblattgeschäft veräußert worden. Die Luft- und Raumfahrteinheit Hitco steht schon seit einiger Zeit auf der Verkaufsliste.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke