Glühende Graphitelektroden nach der Graphitierung (Bild: SGL)

Glühende Graphitelektroden nach der Graphitierung (Bild: SGL)

Die SGL Carbon SE hat mit ihrem neuen Großaktionär Volkswagen keine Absprachen bezüglich der Beteiligung des Wolfsburger Konzerns getroffen.

WIESBADEN (Dow Jones/dg)–Das sagte Vorstandsvorsitzender Robert Koehler am Dienstag auf eine Frage eines Kleinaktionärsvertreters auf der Hauptversammlung in Wiesbaden. Ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderte des Weiteren Aufklärung darüber, seit wann der Vorstand Kenntnis von der geplanten VW-Beteiligung hatte und ob es eine Unternehmensprüfung durch VW gegeben habe.

Der SGL-Vorstand sei am Freitagabend (25. Februar 2011) in einer Pflichtmitteilung von VW in Kenntnis gesetzt worden, sagte Koehler. Am Wochenende habe es dann ein Gespräch mit dem Anteilseigner über die Intention der Beteiligung gegeben. VW habe erklärt, dass es sich um eine Finanzbeteiligung handele, erläuterte der Manager. Eine Unternehmensprüfung durch VW habe es nicht gegeben. “Wir haben dann am darauf folgenden Montag eine Pressemitteilung dazu herausgegeben”, sagte Koehler weiter.

Es habe keine Absprachen zwischen SGL und VW gegeben. Die Frage, ob es Absprachen zwischen VW und Skion, dem Investmentvehikel der Quandt-Erbin Susanne Klatten gegeben habe, könne SGL nicht beantworten, erklärte der Manager.

Zur Frage eines weiteren Kleinaktionärs, ob SGL zum Spielball von VW und BMW werden könnte, sagte Koehler, sowohl Skion als auch VW seien Investoren, die bei SGL willkommen seien. BMW sei kein Anteilseigner sondern ein Kunde, mit dem SGL ein Gemeinschaftsunternehmen betreibe. Auch VW sei seit Jahren ein Kunde von SGL. “Mein oberstes Interesse ist es, die Unabhängigkeit des Unternehmens sicherzustellen”, sagte Koehler.

An dem im MDAX notierten Graphitspezialisten hält die Skion GmbH nach letzten Angaben 22,25% und die Volkswagen AG 8,18%.