Der anhaltend niedrige Ölpreis zwingt Royal Dutch Shell in die Knie: Der britisch-niederländische

Der anhaltend niedrige Ölpreis zwingt Royal Dutch Shell in die Knie: Der britisch-niederländische Konzern wartete mit einem Gewinneinbruch und der Ankündigung auf, 6.500 Stellen zu streichen. - Bild: Shell

Der Markt reagierte dennoch positiv: Mit dem Kostensenkungsprogramm komme der Energieriese gut voran, sagte ein Händler. Außerdem hält RDS an seiner Dividendenpolitik fest. Die Aktie notierte in London am Vormittag mit 2,4 Prozent im Plus.

Zwar sind die Ölpreise von ihren Tiefständen Anfang des Jahres zurückgekommen, bewegen sich aber weiter unter Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal sank der Gewinn auf Basis aktueller Wiederbeschaffungskosten (CCS) daher im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar.

Anhaltend niedriges Ölpreisumfeld

Der Konzern signalisierte, sich auf ein anhaltend niedriges Ölpreisumfeld einzurichten, wenngleich er mittelfristig Potenzial sieht, dass sich der Ölpreis wieder auf 70 bis 90 Dollar je Barrel erholt. So will Shell die Betriebskosten dieses Jahr um 4 Milliarden Dollar senken, 6.500 Stellen streichen und die Kapitalausgaben um 20 Prozent kürzen. Trotz aller Widrigkeiten will der Konzern zudem die Aktionäre nicht verprellen und hält eisern an seinem Dividendenprogramm fest: Shell bestätigte eine Ausschüttung von 1,88 US-Dollar je Aktie für dieses Jahr und eine Dividende mindestens auf demselben Niveau für nächstes Jahr.

“Wir müssen belastbar sein in einer Welt, in der die Ölpreise für einige Zeit niedrig bleiben werden, und gleichzeitig ein Auge auf eine Erholung halten”, sagte Konzernchef Ben van Beurden am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. “Wir verfolgen einen umsichtigen Ansatz, betätigen mächtige Finanzhebel, um durch diesen Abschwung zu kommen, stellen aber immer sicher, dass wir die Kapazität haben, unseren Aktionären attraktive Dividenden zu zahlen”, fügte er hinzu.

Ungeachtet des Ölpreisverfalls will Shell den größten Zukauf seiner Unternehmensgeschichte tätigen und BG Group für 70 Milliarden US-Dollar übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde im April unterzeichnet. Bei dem geplanten Zusammenschluss sei Shell auf Kurs, sagte der Konzern am Donnerstag. Die Aufsichtsbehörden in den USA, Brasilien und Südkorea haben bereits grünes Licht für die Transaktion gegeben, doch die Zustimmung der Wettbewerbshüter der Europäischen Union, in Australien und China steht noch aus. Analysten heißen den Deal größtenteils gut, einige halten den Preis aber für zu hoch.

Am Markt wurde die Bilanzvorlage von Shell am Donnerstag positiv bewertet. Sollten in den USA die Geschäftszahlen von Chevron und Exxon am Freitag ebenfalls weniger schlecht als befürchtet ausfallen, könnte dies den Startschuss zu einer globalen Rally der Branche geben, sagte der Händler. Am Donnerstag legt bereits der drittgrößte US-Ölkonzern ConocoPhilips Daten vor.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke