Joe Kaeser Siemens

Trotz Prognoseerhöhung: Siemens-Aktionäre wollen mehr von Joe Kaeser. - Bild: Siemens

Sie hadern mit der schlechten Aktienkursentwicklung des DAX-Schwergewichts in den vergangenen Monaten ebenso wie mit den Margen einiger Divisionen.

"Die Aktienkurs-Entwicklung ist äußerst unerfreulich", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle. Die angehobene Prognose des DAX-Konzerns bezeichnete die Aktionärsvertreterin als "sehr sportlich".

Kritik kam auch von institutionellen Anlegern. Wie Bergdolt auch, kritisierte Hans-Christoph Hirt, Fondsmanager bei Hermes, die Margen-Entwicklung bei den Divisionen. Auch im abgelaufenen ersten Quartal erreichte nur die Hälfte der Divisionen eine Marge innerhalb oder über dem vom Management vorgegebenen Margen-Ziel Band. Es bleibe zu hoffen, dass Siemens die Strategie umsetzen könne und das auch bei den Margenzahlen sichtbar werde, so Hirt.

Noch deutlicher wurde Ingo Speich: "Die kommenden zwölf Monate sind für Investoren der große Lackmustest, ob die neue Strategie wirklich funktioniert. Siemens ist immer noch zu stark mit sich selbst beschäftigt, die Unruhe in der Belegschaft ist sehr groß. Sie brauchen jetzt sichtbare und messbare Erfolge, um Begeisterung für die "Vision 2020" zu wecken und die Mitarbeiter für Ihren Kurs zu gewinnen", so der Fondsmanager bei Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken.

Versöhnlichere Töne kamen von Marcus Poppe, Portfoliomanager bei Deutsche Asset Management. Er lobte die im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich geringeren Projektbelastungen, höhere Investitionen in Forschung und Entwicklungen die Erreichung der eigenen "Prognose trotz schwieriger Bedingungen".