Einbau eines Brenner in der Gasturbinenfertigung in Berlin, wo ein neues Testzentrum für

Einbau eines Brenner in der Gasturbinenfertigung in Berlin, wo ein neues Testzentrum für Gasturbinen entstehen soll (Bild: Siemens).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Die Verbrennung ist nur eingeschränkt am Computer simulierbar, aber der Schlüssel zu noch effizienteren Gaskraftwerken”, sagte Roland Fischer, CEO der Division Fossil Power Generation im Siemens-Sektor Energy. Bisher hat Siemens bei der Entwicklung von Brennern für Gasturbinen auf externe Testeinrichtungen zurückgegriffen. Künftig wird das Unternehmen mehr Tests durchführen können, da die internen Versuche nicht von der Verfügbarkeit externer Einrichtungen abhängig sein werden, so das Unternehmen. Das geplante Testzentrum soll 2014 in Betrieb gehen.

Das neue Zentrum soll über drei Zellen zum Test von Verbrennungsvorgängen unter realistischen Einsatzbedingungen verfügen. In einer Gasturbine werden Erdgas oder Heizöl unter hohem Druck mit Luft vermischt und von bis zu 24 identischen Brennern gezündet. Gaskraftwerke können sehr flexibel gestartet und gefahren werden, wobei sich die Bedingungen für den Verbrennungsvorgang unter Teil- und Volllast deutlich unterscheiden. Bei den Tests werden an einem einzelnen Brenner im Prüfstand verschiedene Parameter wie Leistung, Wirkungsgrad, Emissionen und die Flammenstabilität überprüft. In Ludwigsfelde ist sowohl eine ausreichende Versorgung mit Erdgas über eine vorhandene Leitung sichergestellt als auch eine Versorgung durch das Hochspannungsnetz gegeben. Neben Erdgas und Heizöl können zudem Mischungen alternativer Brennstoffe wie Wasserstoff, Ethan, Propan und Butan bei den Verbrennungstests eingesetzt werden. Siemens hält nach eigenen Angaben den Effizienz-Weltrekord mit einem nachgewiesenen Wirkungsgrad von 60,75% im Gas- und Dampfturbinenbetrieb (GuD). In GuD-Kraftwerken wird mit dem heißen Abgasstrom einer Gasturbine zusätzlich eine Dampfturbine versorgt, um die Ausbeute an elektrischer Energie zu erhöhen.

Siemens Energy hat zuletzt mehrfach in Berlin investiert. Im laufenden Jahr erweiterte und erneuerte das Unternehmen für 17 Mio Euro das Prüffeld im Gasturbinenwerk in Berlin-Moabit, in dem komplett montierte Gasturbinen unter Kraftwerksbedingungen getestet werden. Für 13 Mio Euro wurde dort zudem ein neues Bohrwerk zum Bearbeiten von Gehäuseteilen installiert. Darüber hinaus investierte Siemens im Jahr 2009 am Standort 42 Mio Euro in eine neue Produktionshalle für Gasturbinen-Schaufeln. Auch im Berliner Schaltanlagenwerk von Siemens, in dem Komponenten für Kraftwerke und Hochspannungsnetze hergestellt werden, werden im Zuge einer Modernisierung derzeit für rund 30 Mio Euro zwei neue Produktionshallen gebaut. In Ludwigsfelde, in direkter Nachbarschaft zum künftigen Brenner-Testzentrum, weihte Siemens im vergangenen Jahr ein neu gebautes Logistikzentrum für Gasturbinenteile ein.