Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser lotet im Iran eventuelle Möglichkeiten zum Geldverdienen aus

Siemens-Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser lotet im Iran eventuelle Möglichkeiten zum Geldverdienen aus. - Bild: Siemens

Siemens will "den Dialog mit der iranischen Regierung in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Technologie intensivieren", erklärte ein Sprecher auf Anfrage.

Dazu habe sich Kaeser unter anderem mit dem iranischen Ölminister Bijan Namdar Zanganeh in Teheran getroffen, erklärte der Sprecher weiter. Siemens habe eine lange Tradition in dem Land und werde "an dieser langen Tradition wieder verstärkt anknüpfen." Zu konkreten Projekten, Vertragsverhandlungen und Vereinbarungen wollte sich der Sprecher nicht weiter äußern.

Siemens ist schon seit 1868 im Iran aktiv, als das Unternehmen eine Telegrafenlinie von London über Teheran bis Kalkutta baute. Und schon vor dem Ende der jüngsten Sanktionen haben die iranische Staatsbahn und Siemens eine Absichtserklärung unterzeichnet, bei der es um den Aus- und Neubau von Bahnlininien und die Lieferung von Zügen geht. Ob daraus ein konkreter Auftrag wird, ist derzeit allerdings noch nicht absehbar. Aber auch bei Infrastrukturprojekten in der Öl-, Gas- und petrochemischen Industrie sieht Siemens Chancen, im Iran wieder verstärkt Fuß zu fassen.

Siemens ist dabei keineswegs allein unterwegs. Auch der große Konkurrent General Electric ist schon Mitte Februar in Teheran vorstellig geworden. Der Chef der Öl- und Gassparte von GE, Lorenzo Simonelli, besuchte das Land nur wenige Tage, nachdem die Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms aufgehoben worden waren. Washington erlaubt bislang allerdings nur Handel mit dem Iran, sofern die Geschäfte über eine ausländische Tochtergesellschaft abgewickelt werden. US-Bürger und US-Technologie dürfen kein Teil der Transaktion sein.