Siemens Kaeser

Siemens-Chef Joe Kaeser: "Für 2017 ist es ein neues Spiel." - Bild: Siemens

"Wir gehen sehr behutsam in das Jahr 2017", sagte Joe Kaeser im Gespräch mit dem Wall Street Journal und Dow Jones. In diesem Geschäftsjahr, das am 30. September endet, sei Siemens noch "sehr gut unterwegs und die wesentlichen Ziele 2020 greifen", sagte der Vorstandschef. Er fügte aber auch hinzu: "Für 2017 ist es ein neues Spiel."

Kaeser bezog sich dabei auf die geopolitischen Auseinandersetzungen, die seiner Einschätzung nach das Investitionsklima trüben. "Das hat tendenziell eher zugenommen", sagte er. "Man sieht das auch mittlerweile in den Vereinigten Staaten, wo sich sehr starke Elemente bemerkbar machen, die nicht gerade die Investitionstätigkeit fördern." Das Land sei sehr mit sich selbst beschäftigt, sagte Kaeser. Die USA befinden sich auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs. Die beiden Kandidaten, Hillary Clinton und Donald Trump, sind nahezu gleichauf. Beide polarisieren stark.

Opportunitäten muss man suchen

Noch mehr Sorge als die Wirren des Wahlkampfs macht Kaeser die Verlangsamung der amerikanischen Wirtschaft. "Wir sehen natürlich auch, dass die Wirtschaftsdynamik nachgelassen hat", sagte er. "Da muss man deutlich prüfen, ob das nur ein kurzfristiger Einfluss ist oder längerfristiger, struktureller Natur ist." Der Siemens-Chef bezog sich dabei auf das etwas gesunkene Verbrauchervertrauen sowie die etwas leichtere Neubautätigkeit.

Angesichts der Unsicherheiten will Siemens bei Investitionen Vorsicht walten lassen. "Ich glaube, dass in der globalen Entwicklung, die wir derzeit haben, Behutsamkeit angebracht ist", sagte er. Und fügte hinzu: "Man muss mit sehr viel Besonnenheit die Opportunitäten suchen, die es zweifellos gibt." Kaeser bezog sich dabei auf Argentinien, wo Siemens Milliardeninvestitionen geplant hat.

"Diese Opportunitäten gibt es überall auf der Welt", sagte Kaeser. "Man muss sie suchen und finden."