Joe Kaeser

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser hat Bremsern im Konzern den Kampf angesagt. - Bild: Siemens

Demnach hat der Siemens-Chef bei einem Auftritt in San Francisco von einer "Lehmschicht" im Konzern gesprochen, um den internen Widerstand gegen den von ihm angestoßenen Umbau zu illustrieren. Dieses Wort hatte einst sein Vorgänger Peter Löscher für das mittlere Management geprägt und war daraufhin scharf kritisiert worden.

Im Moment gärt es im Siemens-Konzern, da der Vorstand mehr als 13.000 Stellen weltweit abbaut - dagegen mobilisiert die IG Metall. Den Protest der Gewerkschafter kritisiert Kaeser als doppelzüngig: "Im Aufsichtsrat stimmen sie der Strategie zu, fordern öffentlich den Abbau der Bürokratie, obwohl natürlich klar ist, dass auch Bürokratieabbau Gesichter hat, also Stellen wegfallen." Der Anteil der Stellen in Deutschland werde weiter sinken, bekräftigte Kaeser, "schon rein rechnerisch." Mehr als 33.000 Leute hat der Konzern voriges Jahr eingestellt, vornehmlich dort, wo das Geschäft floriert: "Was in der Öffentlichkeit ankommt, sind die Stellen, die in Deutschland in bestimmten Bereichen gestrichen werden. Dabei bauen wir in Wachstumsfeldern deutlich Stellen auf - auch in Deutschland."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS)