Uwe Bartmann

Der Siemens-Chef beanstandet, dass die Cyber-Sicherheit bei den Firmen und der Politik ernster genommen werden sollte. Nur so würden die Menschen mehr Vertrauen in die Digitalisierung gewinnen, sagt er. - Bild: Siemens

Bei Attacken von Hackern seien 2017 Schäden von rund 500 Milliarden Dollar weltweit entstanden, sagte Uwe Bartmann am in Frankfurt auf einer Veranstaltung der US-Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany). Dies entspreche der Wirtschaftsleistung Schwedens.

Die Verantwortung für Cybersicherheit müsse bei Firmen und in der Politik an höchster Stelle verankert sein, forderte er. Niemand könne sich dem Thema entziehen: Allein bei Siemens, wo 1.275 Experten für Cybersicherheit arbeiteten, würden täglich rund 1.000 Unregelmäßigkeiten registriert.

Nutzung von Datenmengen birgt Potenzial

Damit Menschen Vertrauen in die Digitalisierung fassten, müssten sie sich auf Datensicherheit verlassen können, sagte Bartmann.

Zugleich biete die Nutzung großer Datenmengen riesiges Potenzial: Firmen könnten durch virtuelle Tests Produkte schneller einführen und vernetzte Städte den Energieverbrauch um etwa ein Drittel senken. Auch lasse sich der Nahverkehr flüssiger steuern.

Hackerangriffe könnten autonomes Fahren beeinflussen

Bartmann warb für gemeinsame Regeln für mehr Cybersicherheit, die Siemens bei der Münchener Sicherheitskonferenz initiiert hatte. Die Charta umfasst zehn Felder, in denen Politik und Wirtschaft aus Sicht des Konzerns aktiv werden müssen.

Im Fokus stehen Technologien, bei denen es zu gefährlichen Situationen bei Hacker-Angriffen kommen kann, etwa autonomes Fahren. Neun Partner hatten die Charta unterzeichnet, darunter Daimler, Allianz und die Deutsche Telekom.