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Siemens erhöht völlig überraschend und makro-ökonomischem Gegenwind zum Trotz seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2015/16. - Bild: Siemens

Das erste Quartal ist deutlich besser gelaufen, als von Analysten im Vorfeld erwartet. Ursprünglich wollte der DAX-Konzern sein Ergebnis für das Quartal für Oktober bis Dezember erst am Dienstagmorgen im Vorfeld der Hauptversammlung bekannt geben.

Nunmehr traut sich Siemens einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 6,00 bis 6,40 Euro zu, noch vor drei Monaten prognostizierte Siemens einen Gewinn von 5,90 bis 6,20 Euro je Aktie. Bestätigt wurden die anderen Ziele, wonach beim industriellen Geschäft eine Marge von 10 bis 11 Prozent zu erreichen. Die Book-to-Bill-Ratio wird weiter "klar über 1" gesehen.

Der Auftragseingang, der eine Indikation für künftige Umsätze ist, legte im Dezember-Quartal um 27 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro zu. Allerdings buchte Siemens auch 1,6 Milliarden Euro aus einem 8-Milliarden-Euro-Großauftrag aus Ägypten im abgelaufenen Quartal, was die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr erschwert, in dem keine Aufträge dieser Größenordnung in die Bücher kamen.

Beim Umsatz steht ein Plus von 8 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Aber auch hier ist ein Vergleich mit dem Vorjahreswert verzerrt. Zukäufe, also insbesondere die Akquisition des Öl- und Gas-Industrie-Zulieferers Dresser Rand, haben zum Umsatzwachstum beigetragen. Auch der schwächere Euro gegenüber dem Dollar gab Siemens Rückenwind. War die europäische Gemeinschaftswährung im abgelaufenen Quartal rund 1,10 Dollar wert, waren es ein Jahr zuvor im Schnitt noch 1,25 Dollar.

Werden Portfolioveränderungen und Währungsschwankungen herausgerechnet, stieg der Auftragseingang im Vorjahresvergleich um 19 Prozent, während der Umsatz um 1 Prozent zulegte.

Das operative Ergebnis des industriellen Geschäfts stieg um 10 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Marge von 10,4 Prozent, innerhalb der von Siemens für das Geschäftsjahr angestrebten 10 bis 11 Prozent. Unterm Strich verdiente der DAX-Konzern 1,89 Euro je Aktie, nach 1,30 Euro im Vorjahr, hier kamen indes auch Sondereffekte wie Rückstellungsauflösungen und geringere latente Steuern zum Tragen.

Analysten hatten im Vorfeld der Ergebnisvorlage mit einem Auftragseingang von 20,57 Milliarden Euro, einem Umsatz von 18,65 Milliarden Euro gerechnet. Der Profit des industriellen Geschäfts wurde bei 1,89 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie bei 1,34 Euro gesehen.