MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Voraussetzung dafür sei eine positive Entwicklung der globalen Energiemärkte und der langzyklischen Industriemärkte des Unternehmens, wie Siemens im Geschäftsbericht mitteilt, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

In allen drei Sektoren geht der Technologiekonzern für das laufende und kommende Geschäftsjahr von einer weiteren Erholung aus. Die Märkte des kurzzyklischen Industriegeschäfts, in dem etwa die Lichtsparte Osram oder die Industrieautomatisierung angesiedelt sind, sollen dabei ein hohes einstelliges Wachstum erzielen. In geringerem Maße würde das langzyklische Geschäft wachsen, heißt es im Geschäftsbericht.

Die Münchner rechnen zudem im laufenden und kommenden Geschäftsjahr mit einer deutlichen Erholung der Energiemärkte, die Talsohle habe man hier in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres durchschritten. Der steigende Energiebedarf aufgrund des Wirtschaftswachstums sowie die Umsetzung von umweltfreundlichen Vorgaben beflügele die Energiemärkte. Zudem bauen die Schwellenländer ihre Energieinfrastruktur aus, die Industrienationen modernisieren veraltete Infrastruktur.

Eine “Verbesserung der Aussichten über die nächsten beiden Geschäftsjahre” sieht Siemens zudem für die Medizintechnik. Die Münchner erwarten für den gesamten Gesundheitsmarkt in beiden Jahren je ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und wollen sich besser als der Markt entwickeln.

Volatil bleibe die Entwicklung in beiden Jahren im Geschäft unterhalb der Sektoren. Negative Einflüsse seien weiterhin vom Netzwerk-Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) zu erwarten. Die Restrukturierungsmaßnahmen bei NSN dauern an und werden den Angaben zufolge voraussichtlich das Ergebnis der Equity Investments von Siemens erheblich beeinflussen.

Bei der Problemtochter Siemens IT Solutions and Services (SIS) soll sich das Ergebnis zwar im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessern, als noch 537 Mio Euro Verlust angefallen sind. Siemens geht aber nicht davon aus, dass “das Geschäft innerhalb des Prognosezeitraums branchenübliche Ergebnisse erzielen kann”.

Für das laufende Geschäftsjahr hält Siemens die Prognose aufrecht, wonach die Erlöse moderat wachsen sollen. Finanzvorstand Joe Kaeser hatte bei der Bilanz-Pressekonferenz angedeutet, dass damit ein Umsatzplus von unter 5% gemeint sei. Den Gewinn im fortgeführten Geschäft will Siemens im laufenden Geschäftsjahr weiter um mindestens 25% bis 35% steigern. Damit käme der DAX-Konzern im fortgeführten Geschäft auf einen Gewinn von rund 5,1 Mrd bis 5,5 Mrd Euro.