Bild: Siemens AG

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Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires

NEW YORK/FRANKURT (ks)–Auch der Vorjahresumsatz sollte in den drei Monaten per Ende Dezember nennenswert überschritten worden sein, teilte die Siemens AG am Montag im Rahmen einer Investorenveranstaltung mit. Die Werte des Vorquartals dürften aber nicht erreicht worden sein.

Im Vorjahresquartal erzielte Siemens den Angaben zufolge einen Auftragseingang von rund 19 Mrd Euro und Erlöse von 17,4 Mrd Euro. Im Vorquartal lagen die Werte bei etwa 23,5 Mrd Euro bzw rund 21,2 Mrd Euro. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten dürfte im Auftaktquartal gestiegen sein. Im Vorjahr lag es bei rund 1,5 Mrd Euro, im Vorquartal war ein Verlust angefallen.

Insgesamt gab sich Siemens am Montag zufrieden. “Wir sind ordentlich gestartet und liegen voll auf Kurs mit unseren Zielen”, erklärte Finanzvorstand Joe Kaeser. Im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2010/11 rechnet Siemens somit weiterhin mit einem deutlichen Plus beim Auftragseingang, und auch der Umsatz soll organisch wieder wachsen, wenn auch nur moderat. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll mindestens um 25% bis 35% über dem Vorjahr liegen.

Siemens gliedert sein Kerngeschäft in die Sparten Industrie, Energie und Medizintechnik. Im Industriebereich hat der Konzern eigenen Angaben zufolge im ersten Geschäftsquartal vom anhaltend starken Momentum der kurzzyklischen Geschäfte profitiert. Diese Dynamik dürfte laut Siemens zwar zunächst anhalten, sich im zweiten Halbjahr aber abschwächen.

Insgesamt sollten sich die Neuaufträge im Industriesegment über dem Vorjahr und “in etwa” auf dem Niveau des Vorquartals bewegen. Umsatz und Ergebnis sieht Siemens hier über den Werten des Vorjahres.

Im Energiebereich sollte der Konzern im ersten Quartal zwar deutlich mehr Aufträge als im Vorjahr eingefahren haben, an das “außerordentlich” hohe Niveau des Vorquartals dürfte der Auftragseingang aber nicht herankommen. Gleiches gelte für den Umsatz. Beim Ergebnis rechnet Siemens in der Sparte Energie mit einem Wert zwischen dem des Vorjahres und dem des Vorquartals.

In der Medizintechnik sieht Siemens den Auftragseingang im Auftaktquartal ebenfalls über Vorjahr, aber unter dem Wert des Vorquartals. Gleiches gilt für die Erlöse. Der Konzern leidet in dem Segment etwa unter einer schleppenden Entwicklung des teuer zusammengekauften Diagnostikgeschäfts, was im vierten Quartal 2009/10 zu einer Milliardenabschreibung geführt hatte.

Aus Analystensicht hatte Siemens zuletzt abseits des Kerngeschäfts für positive Neuigkeiten gesorgt und im Dezember überraschend eine Lösung für seine problembehaftete IT-Sparte SIS präsentiert. Der Konzern will die Tochter an die französische Atos Origin abgeben – allerdings wird der Deal im laufenden Geschäftsjahr das Ergebnis bei den Münchenern deutlich belasten.

Kaeser sagte am Montag, er rechne im ersten Halbjahr insgesamt mit einem mittleren bis hohen dreistelligen Mio-Euro-Betrag an Einmaleffekten, die für Siemens aus der Transaktion resultierten. Darin enthalten sei auch eine Goodwill-Abschreibung. Diese Belastungen kommen laut Kaeser zusätzlich zu den bereits avisierten bis zu 300 Mio Euro an Carve-Out-Kosten für SIS hinzu.