Joe Kaeser Siemens

Kaeser hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. - Bild: Siemens

Vor allem das kurzzyklische Geschäft mit dem "Internet der Dinge" werde nur eine langsame Erholung sehen. Aber auch die im zweiten Quartal erreichte hohe operative Marge im Geschäft mit der Windkraft werde im zweiten Halbjahr "vermutlich so nicht zu halten sein."

Die Zahlen zum zweiten Quartal belegten, dass Siemens den mit der Vision 2020 angestrebten Zielen wieder ein Stückchen näher gekommen sei. "Dennoch sind wir nicht am Ziel: Wir gehen unseren Weg weiter", so Kaeser in einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

Etwas Sorge bereitet Kaeser dabei vermutlich das sehr konjunkturabhängige Geschäft mit dem Internet der Dinge, das Siemens im Bereich "Digital Factory" zusammengefasst hat. Dieser Bereich, der unter anderem die Soft- und Hardware für komplette Fertigungsstrecken bereitstellt oder den Lebenszyklus von Produktionsanlagen überwacht, wurde "von einem deutlichen Rückgang in China, einem moderaten Rückgang in Deutschland, einer leicht negativen Entwicklung in den USA und einem flachen Verlauf in Italien beeinflusst", sagte Kaeser.

Siemens gehe davon aus, dass in diesem Bereich die Bodenbildung erreicht sei. "Wir erwarten in den kommenden Quartalen eher eine langsamere Erholung als substanzielles Wachstum", so Kaeser. Im zweiten Quartal hatte der Bereich seine operative Marge gegenüber dem Vorjahr auf 15,1 Prozent gesteigert, blieb aber hinter den 16,9 Prozent aus dem ersten Quartal zurück.

Windkraft: Wachstum wird sich abschwächen

Auch bei der Windkraft werde das Wachstumstempo so vermutlich nicht gehalten werden. Die Marge von 9,4 Prozent werde sich in den kommenden Quartalen vermutlich nicht halten lassen. Siemens rechne aber damit, "dass die Marge im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres innerhalb des Zielkorridors liegen wird." Siemens hat für den Bereich ein Margenziel von 5 bis 8 Prozent ausgegeben.

Sorge macht weiterhin die von hartem Wettbewerbsdruck und Überkapazitäten gekennzeichnete Sparte Process Industries und Drives. Hier hat Siemens Anfang März Stellenstreichungen, vor allem in Deutschland, angekündigt. "Durch die Restrukturierungsmaßnahmen erwarten wir Belastungen von rund 200 bis 300 Millionen Euro, die voraussichtlich im vierten Quartal anfallen werden."

Auf Nachfrage zum Stand der Verhandlungen mit der spanischen Gamesa über eine gemeinsame Aufstellung im Bereich der Windkraft blieb Kaeser eher schmalllippig.

"Die Konsolidierung in der Branche (Windkraft) wird vorangehen. Und wir werden zu denen gehören, die die Konsolidierung vorantreiben", sagte Kaeser auf die Frage, ob es Neuigkeiten beim geplanten milliardenschweren Zusammenschluss im Windgeschäft mit der spanischen Gamesa gebe.

Gespräche hierüber waren zuletzt ins Stocken geraten, weil die Spanier offenbar mehr Zeit benötigen, um den bisherigen französischen Partner Areva aus dem Gemeinschaftsunternehmen herauszukaufen.

Siemens und Gamesa selbst sind sich seit einiger Zeit offenbar einig: Nach Angaben von informierten Personen will Siemens seine Windaktivitäten mit denen von Gamesa zusammenlegen und künftig 60 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen halten.

Bilderstrecke:
Top-Verdiener in den Management-Etagen

  • Platz 10: Bill McDermott (SAP) mit 5,07 Millionen Euro. - Bild: SAP

    Platz 10: Bill McDermott (SAP) mit 5,07 Millionen Euro. - Bild: SAP

  • Platz 9: Heinrich Hiesinger (Thyssenkrupp) mit 5,18 Millionen Euro. - Bild: Thyssenkrupp

    Platz 9: Heinrich Hiesinger (Thyssenkrupp) mit 5,18 Millionen Euro. - Bild: Thyssenkrupp

  • Platz 8: Elmar Degenhart (Continental) mit 6,22 Millionen Euro. - Bild: Continental

    Platz 8: Elmar Degenhart (Continental) mit 6,22 Millionen Euro. - Bild: Continental

  • Platz 7: Marjin Dekkers (Bayer) mit 6,66 Millionen Euro. - Bild: Bayer

    Platz 7: Marjin Dekkers (Bayer) mit 6,66 Millionen Euro. - Bild: Bayer

  • Platz 6: Joe Kaeser (Siemens mit 6,68 Millionen Euro. - Bild: Siemens

    Platz 6: Joe Kaeser (Siemens mit 6,68 Millionen Euro. - Bild: Siemens

  • Platz 5: Norbert Reithofer (BMW) mit 7,53 Millionen Euro. - Bild: BMW Group

    Platz 5: Norbert Reithofer (BMW) mit 7,53 Millionen Euro. - Bild: BMW Group

  • Platz 4: Kasper Rorsted (Henkel) mit 7,66 Millionen Euro. - Bild: Henkel

    Platz 4: Kasper Rorsted (Henkel) mit 7,66 Millionen Euro. - Bild: Henkel

  • Platz 3: Kurt Bock (BASF) mit 7,80 Millionen Euro. - Bild: BASF

    Platz 3: Kurt Bock (BASF) mit 7,80 Millionen Euro. - Bild: BASF

  • Platz 2: Dieter Zetsche (Daimler) mit 14,22 Millionen Euro. - Bild: Daimler

    Platz 2: Dieter Zetsche (Daimler) mit 14,22 Millionen Euro. - Bild: Daimler

  • Platz 1: Martin Winterkorn (Volkswagen) mit 15,86 Millionen Euro. - Bild: VW

    Platz 1: Martin Winterkorn (Volkswagen) mit 15,86 Millionen Euro. - Bild: VW