LED-Technik von Osram: Die Licht-Tochter von Siemens hatte neben dem allgemein eingetrübten

LED-Technik von Osram: Die Licht-Tochter von Siemens hatte neben dem allgemein eingetrübten Wirtschaftsumfeld zuletzt mit steigenden Rohstoffkosten und dem großen Preisdruck zu kämpfen (Bild: Siemens).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Bisher war der Börsengang für Herbst 2011 vorgesehen. In Anbetracht des volatilen Umfeldes an den Kapitalmärkten und möglicher Wirkungen auf das Branchenumfeld soll Osram jetzt aber später an die Börse gebracht werden. Die Vorbereitungen dafür laufen laut Siemens nach Plan und werden auch fortgesetzt. Der Mutterkonzern strebt dabei weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an und will als Ankeraktionär an Osram langfristig beteiligt bleiben.

Siemens hatte im Zuge des bislang letzten Schritts des Unternehmensumbaus im Frühjahr angekündigt, Osram an die Börse bringen zu wollen. Denn die Münchener wollen die notwendigen Investitionen nicht mehr alleine stemmen und die unternehmerische Freiheit des traditionsreichen Herstellers von Lampen und Lichtsystemen stärken.

Die schweren Marktverwerfungen, zu denen es wegen der ungelösten Schuldenprobleme in den USA und in Teilen der Euro-Zone in den vergangenen Wochen kam, hatten einen erfolgreichen IPO zuletzt aber zunehmend unwahrscheinlicher gemacht. Finanzmarktexperte hatten angesichts des schwierigen Umfelds bereits nicht mehr damit gerechnet, auch wenn Siemens stets betonte, die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren und nach Plan.

Finanzchef Joe Kaeser hatte Ende Juli zwar erklärt, dass sich Osram angesichts des schwierigen operativen Umfelds wacker schlage, er hatte sich aber bereits ein Hintertürchen zum Rückzug offen gehalten.

Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete Osram mit weltweit rund 40.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,7 Mrd Euro. Der angestrebte Börsengang hätte der größte in Deutschland seit vielen Jahren werden können. Als das Marktumfeld noch besser war, wurde das mögliche Volumen das IPO auf bis zu 7 Mrd Euro geschätzt. Wegen der Marktverwerfungen sank die potenzielle Bewertung in den vergangenen Wochen nach Einschätzung von Experten allerdings deutlich.