Siemens VAI hat 2010 in Brasilien einen Umsatz von 200 Mio Euro erzielt und rechnet mit weiter

Siemens VAI hat 2010 in Brasilien einen Umsatz von 200 Mio Euro erzielt und rechnet mit weiter steigenden Einnahmen (Bild: Siemens).

RIO DE JANEIRO (Dow Jones/ks)–Es werde in den nächsten Jahren neue Projekte für die Stahlproduktion geben, auch wenn der genaue Zeitpunkt ungewiss bleibe, sagte Martin Krauss, CFO bei der österreichischen Siemens VAI, in einem Interview.

Die Tochter des Siemens-Konzerns wende sich verstärkt den so genannten BRIC-Ländern mit Brasilien, Russland, Indien und China zu. Zusammen mit dem Nahen Osten würden diese Länder die Hälfte des weltweiten Wirtschaftswachstums in den kommenden fünf Jahren beitragen. Für die Stahl- und Metallindustrie würden diese Länder sogar einen noch höheren Wachstumsbeitrag liefern, sagte Krauss.

Für China sei die Wachstumsstory weiterhin intakt. Und auch wenn die Unsicherheit hier größer sei, gelte gleiches für Brasilien. Die Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Spiele zögen große Infrastrukturinvestitionen in dem Land nach sich, und dies spreche für Wachstum in Brasilien.

Die Krise in den Jahren 2008/09 und die aktuelle Volatilität an den Märkten habe die Nachfrage aus den Schwellenländern nicht gedrückt. Die Unternehmen müssten weiterhin in die Steigerung ihrer Produktivität, die Modernisierung und in Energiesparmaßnahmen investieren, um im Wettbewerb zu bestehen.

Siemens VAI wolle eigene Werke in Schwellenländern bauen, darunter in China, Indien, in der Türkei, Vietnam, Malaysia, Indonesien and Brasilien. Das Unternehmen wolle in allen aufstrebenden Nationen präsent sein. In Brasilien habe das Unternehmen 2010 einen Umsatz von 200 Mio Euro erzielt, und der wachse.

Die Behauptung, dass der Stahlmarkt derzeit eine weltweite Überkapazität von 532 Mio Tonnen habe, wischte Krauss beiseite. Ein Teil der Produktion sei nicht wettbewerbsfähig und werde eingestellt werden, glaubt der Manager. Allein in China sei dies eine Produktionskapazität von 100 Mio Tonnen. Gleichzeitig wachse die Nachfrage nach Stahl. Krauss wies darauf hin, dass die Stahl-Lagerbestände derzeit unter dem Niveau von 2088 liegen. Außerdem steige die Auslastung der weltweiten Produktionskapazität. Derzeit sei die Produktion etwa zu 80% ausgelastet.