Siemens Gasturbine

Montage einer Gasturbine im Siemens-Werk Berlin. - Bild: Siemens

Das erklärte Siemens-Personalvorstand Janina Kugler am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz. Zu Details äußerte sie sich nicht. Zunächst würden voraussichtlich am Donnerstag in einer Woche die Arbeitnehmervertreter informiert.

In Medienberichten war von massivem Stellenabbau und Standortschließungen die Rede gewesen. Bis zu 4.000 Stellen könnten in Deutschland gestrichen werden. Sogar betriebsbedingte Kündigungen sollen erwogen werden. Für die Gewerkschaft wäre das ein Tabubruch. Etwa 50 Siemens-Mitarbeiter protestierten am Morgen vor der Konzernzentrale angesichts der zuletzt starken Konzernrenditen gegen die Abbaupläne.

 
Nur noch halb so viele Order von Großturbinen

Konzernchef Joe Kaeser verwies darauf, dass sich seit 2011 der Gesamtmarkt für große Stromturbinen weltweit halbiert habe. In diesem Jahr wurden rund um den Globus nur noch 120 Turbinen mit mehr als 100 Megawatt Leistung geordert. Siemens bekam in Deutschland gerade einmal zwei Bestellungen herein. Langfristig werde sich das Geschäft wohl bei 110 Turbinen jährlich einpendeln. "Wenn dieses Geschäft eine Zukunft haben soll, dann müssen wir reagieren", sagte er. Insgesamt sind hier 47.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 16.000 in Deutschland.

Siemens-Finanzchef Ralf Thomas stimmte den Markt auf weitere Belastungen ein. Die Marge im industriellen Geschäft werde von P&G belastet sein, sagte er. Auch die Windenergiesparte Siemens Gamesa werde die Rendite schmälern. Hier werde sich niedrigmargiges Geschäft negativ auswirken, sagte er. Die 59-prozentige Tochtergesellschaft hat angekündigt, 6.000 Stellen abzubauen und das Produktportfolio radikal zusammenzustreichen. Die Kosten für den Stellenabbau sind in den Zielen für 2018 allerdings nicht berücksichtigt.

Gegenwind erwartet Siemens auch vom schwachen Dollar. Wechselkurseffekte dürften das Ergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich belasten, erklärt der Finanzchef.