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Siemens prüft intern Berichte, wonach von dem Unternehmen Gasturbinen verbotenerweise auf die Krim geliefert wurden. - Bild: Siemens

"Falls es zu einer Umleitung von kürzlich erworbenen Turbinen auf die Krim gekommen sein sollte, wäre dies ein klarer Verstoß gegen vertragliche Vereinbarungen", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.

Der Konzern habe derzeit keine belastbaren Beweise, "dass Siemens-Turbinen tatsächlich auf die Krim geliefert wurden". Siemens nehme die Gerüchte jedoch ernst und habe deshalb eine interne Ermittlungsgruppe eingerichtet, die die Angelegenheit sehr sorgfältige untersuche, um die Fakten zu klären.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, Gasturbinen des nur von Siemens-Tochterfirmen gefertigten Typs SGT5-200E seien verbotenerweise vom russischen Festland per Schiff in den Hafen von Sewastopol transportiert worden. Sie seien anscheinend für den Einsatz in einem Kraftwerk in der Nähe vorgesehen.

Die Turbinen aus dem Siemens-Joint-Venture Gas Turbine Technologies in Sankt Petersburg sollen laut dem Bericht von der russischen Firma Technopromexport bestellt und ursprünglich für den Einsatz in einem neuen Elektrizitätswerk in Taman vorgesehen gewesen sein, ein Ort, der gegenüber der Krim an der russischen Schwarzmeerküste liegt.

Schon 2015 hatten russische Zeitungen berichtet, dass die Turbinen tatsächlich auf der Krim eingesetzt werden sollten. Siemens hatte damals dementiert. Seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel durch Russland wäre eine solche Lieferung verboten.

Jetzt erklärte der Konzern: "Siemens hat alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und wird operative Maßnahmen ergreifen, um eine gesetzeswidrige Nutzung der Ausrüstung zu verhindern." So soll es keine Leistungen für die Installation der Anlage, für die Inbetriebnahme oder etwaige Garantien geben. Siemens versicherte, man werde mit allen Beteiligten vollumfänglich kooperieren.