Besonders in China sieht Siemens gewaltige Chancen bei Infrastrukturprojekten. Im Bild eine S-Bahn

Besonders in China sieht Siemens gewaltige Chancen bei Infrastrukturprojekten. Im Bild eine S-Bahn in der chinesischen Multimillionen-Metropole Chongqing (Bild: Siemens).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Vom 1. Oktober an haben die Münchener vier Kerngeschäftsfelder, nämlich die Sektoren Industry, Energy, Healthcare und eben Infrastructure & Cities. “Wir richten unser Geschäft konsequent auf Wachstum aus”, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Löscher am Dienstag. “Der Sektor Infrastructure & Cities eröffnet uns zusätzliche Geschäftschancen auf dem Wachstumsmarkt Städte”.

“Städte stehen vor der großen Herausforderung, Wachstum und Lebensqualität in Einklang zu bringen. Wir können ihnen umfassende Lösungen dafür aus einer Hand anbieten”, sagte Roland Busch, der das neue Geschäftsfeld bei dem DAX-Konzern verantwortet und zuvor Strategiechef bei Siemens war.

Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der weltweiten Bevölkerung von fast 7 Milliarden Menschen in den Metropolen rund um den Globus. In 20 Jahren wird dieser Anteil nach Siemens-Projektionen um 1,4 Milliarden Menschen auf 60% steigen. Der Technologiekonzern will mit der neuen Aufstellung stärker als bislang von den in diesem Zusammenhang notwendigen Infrastrukturinvestitionen profitieren. Der für Siemens adressierbare Markt in Städten liegt laut eigenen Schätzungen bei rund 300 Mrd Euro jährlich.

Der neue Sektor Infrastructure & Cities wird von München aus das weltweite Geschäft mit Städten und Infrastrukturen steuern. In dem Bereich, in den ausgewählte Geschäfte aus den Sektoren Industry und Energy einfließen, bündelt Siemens Kompetenzen und Geschäfte, um Städten Lösungen für Mobilität, Umweltschutz und Energieeinsparung zu bieten. Im neuen Sektor arbeiten rund 87.000 Mitarbeiter.

Ende März hatte Siemens die Gründung des neuen Sektors als jüngsten Schritt des seit Jahren laufenden Konzernumbaus unter Löscher bekannt gegeben. Mit der neuen Aufteilung wollen die Münchener mittelfristig die 100-Mrd-Euro-Marke beim Umsatz knacken.